Restauranttipps auf Sao Miguel

Wo haben Sie gut gegessen oder wo hat es vielleicht auch weniger gut geschmeckt? In dieser Rubrik können Sie andere über Ihre Erlebnisse informieren.
klee
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Beitrag von klee » 08.10.2008, 20:47

Hallo Dieter,

ja, das sind Feigen und Bananen direkt von der Quinta - jeden Tag zum Frühstück :-)

Mit Scheuklappen hat das sicher nichts zu tun. Wie gesagt, wenn wir nicht immer wieder Einheimische, Taxifahrer und unsere Vermieter gefragt hätten, hätten wir 80% der guten Restaurants auch nicht gefunden.

Das Tröpfchen war ein "Gazela", Vinho Verde vom Festland:
http://www.wein-deko.de/curry-p1350h2s7 ... Verde.html

Und das ist das nächste Problemchen. Der war zwar ganz lecker (trocken und etwas spritzig), aber eben nicht von den Azoren. Graciosa war einmal DIE Weininsel, aber inzwischen wird dort kaum noch Wein produziert und auch das wird irgendwie von oben geregelt. Wir haben nur einmal Leute getroffen, die Wein für den Eigenbedarf gemacht haben.

Ich versuche ja meist, Wein von den Azoren zu trinken, also Basalto, Terras de Lava o.Ä. - aber den bekommt man auch nicht überall.

Also dran bleiben, vielleicht kommen ja noch weitere Restauranttipps hier im Beitrag?!

LG klee

Ze
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Beitrag von Ze » 09.10.2008, 12:10

Hallo Klee,
Deine Bilder machen richtig Appetit. Wein zur Selbstversorgung wird auf fast allen Inseln angebaut. Diese Weine dürfen aber nicht gehandelt werden.
Nur die Großwinzereien von Pico, Basalto und Terras de Lava, haben EU-Standart.
Es reicht in der Regel aber völlig in den Weingegenden an eine der kleinen Hütten zu klopfen und nach der Uhrzeit zu fragen. Hat man dann erst einmal die Fässer bestaunt, kommt man kaum noch nüchtern nach Hause. :wink:

Ich hatte geschrieben: „Wer ein Restaurant eröffnen möchte ….“, d.h. diese Regeln gelten für neue Restaurants. Für Bestehende gibt es wohl eine Ãœbergangsregelung, sonst müssten schlagartig 95% der Läden zumachen. Das gäbe ja Steuerausfälle.

Die EU-Bestimmungen können eigentlich nicht unterschiedlich ausgelegt werden, aber jedes Land kann eigene Ãœbergangsregeln einführen. Oft sind die Azoren hier voller vorauseilendem Gehorsam.
Ein Beispiel:
Eine EU-Regelung besagte, dass alle Traktore mit einem gelben drehendem Rundumlicht ausgerüstet sein müssen. Nun wurden viele Kleintraktoren mit der Hand gestartet und hatten gar keine Lichtmaschine. Statt eine Ãœbergangsregelung zu nutzen und es erst mal nur für richtige Traktoren vorzuschreiben, wurden diese Kleintraktoren halt mit einer extern zu ladenden Batterie versehen und auf der Lenkstange (dem einzigen Patz wo sich so etwas befestigen ließ) das Rundumlicht. Es befand sich nun in Kopfhöhe des Fahrers, direkt vor seinem Gesicht. Monatelang führen die Bauen nun praktisch Blind durch die Gegend. Es war lebensgefährlich so einem Traktor auf der Straße zu begegnen. Bis sie in den saueren Apfel bissen und sich einen größeren Traktor (den sie eigentlich gar nicht brauchten) kauften.

Ein ganz genereller Tipp: Wenn etwas geschieht das völlig unverständlich oder schwachsinnig scheint, ist es immer sinnvoll zu fragen wer daran verdient.

Liebe Grüße
Ze

DuffMcKagan
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Beitrag von DuffMcKagan » 09.10.2008, 12:28

Also ich möchte mich auch noch mal dazu äussern : Habe keine schlechten erfahrungen mit dem Essen gemacht.

Sicherlich findet man nicht unbedingt die grossen Gourmet-Restaurants auf den Azoren, welche ausgefallene Gerichte feilbieten, eher meist einfache, die auch eher ein Kneipenambiente ausstrahlen (in Ponta Delgada oder anderen größeren Städten gibt es auch 'hochwertiges'...).

Aber insgesamt waren wir meist immer sehr zufrieden mit dem Essen und auch die Preise sind ja wohl verglichen mit Deutschland sehr günstig, vor allem die Getränke. Mein Rat ist nur, dass man sich an Fisch halten sollte, Fleisch ( ok, nur ein mal probiert...) hat uns nicht so vom Sockel gehauen. Ansonsten, wenn man Selbstversorger ist, bekommt man auch guten und frischen Fisch, z.T. direkt am HAfen oder aber ein Händler kauft unten am HAfen den Fischern gleich etwas ab und fährt dann mit dem Bimmelwagen in die nächsten Orte, in Joao Bom kam der oft vorbei und man konnte frische Sardinen u.a. Fische kaufen.

Stichwort Wein :

Vinho de Cheiro ist wirklich ein übler Fusel. Sorry, aber so meine Einschätzung zu dem Gesöff, ich hoffe, ich trete hier niemandem zu nahe, aber schon am Preis kann man ungefähr einschätzen, was einen erwartet.

Aber die oben erwähnten Pico-Weine z.B. der rote Basalto oder auch Produkte von Terras de Lava und Curral Atlantis ( sowohl jew der Branco also auch der Tinto ...) oder den weissen Frei Gigante würde ich schon als gehoben bis sehr guten Tischwein einstufen, vor allem vom Preis/Leistungsverhältnis her, insb. wenn man auf Pico kauft, da kosten die Flaschen zw 4 und 6 €. Das sind wirklich leckere Weine, die in gleicher Qualtität in Deutschland wohl ein Stück mehr kosten würden und die sich auch vor vielen Festland-Portugiesen nicht verstecken brauchen. Einfach mal probieren.

klee
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Beitrag von klee » 09.10.2008, 17:16

Hallo Ze, hallo DuffMcKagan,

Ze, wir sind ja an so einer Hütte vorbeigekommen, aber leider war es noch morgens. Die Trauben durften wir jedoch probieren und die waren äußerst lecker und vielversprechend!
Vorauseilenden Gehorsam kenn ich auch aus Italien, vor allem als sie in die EU wollten ;-)

Den Cheiro hab ich aufgrund massiver Warnungen nicht probiert, der soll wirklich ganz furchtbar sein.
Die restlichen genannten mag ich alle gerne und man bekommt sie auch hier in Deutschland (Versand) - hab ich natürlich gleich probiert - neugierig wie ich bin. Adresse gibt's hier irgendwo im Forum.

Schönen Abend noch!
klee

XT600
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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von XT600 » 25.05.2012, 22:48

4 Jahre nichts gepostet... also 2012 mal was neues zum Thema:

http://www.4platanos.com/

an der "Schnell-"Straße -IMHO einziger Grund dieses (im Umkreis von 10km das einzige) Restaurant zu besuchen: die Aussicht!

Essen: Standard, Fleisch oder Fisch mit Kartoffeln und Gemüse, Wein pt-Standard (Verde, Tinto, Branco)

Preislich für Azoren günstig (Hauptgerichte 7-12€, Wein ab 7€ die Flasche) - im Vergleich zum Gebotenen (Standard Mittelmaß) in Lisboa eher teuer, aber das liegt an der Konkurrenzsituation in Lisboa (die können es sich nicht erlauben die Preise zu erhöhen, weil sonst keiner mehr kommt)

Couvert ist etwas gewöhnungsgebürftig: eine Art Cracker wird als pao verkauft, 10 Oliven in Knoblauchöl und eine angebliche lokale "pate" aus Schweinesfleisch (stolze 2,5€ aus der in der Kasse dann 3€ wurden :roll: )

Empfehlenswert nur wegen der Aussicht oder halt mangels Angebot in der Nähe!

Timona
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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von Timona » 28.12.2012, 00:20

Hört sich alles wirklich sehr gut an!

XT600
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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von XT600 » 23.06.2014, 11:45

Gestern waren wir in Capelas im Cafe do Cais zum Abendessen. Gleich zuvor: Cafe war gestern, heute ist es eher eine "Tasca"

https://www.facebook.com/pages/Caf%C3%A ... 78?fref=ts

Kommunion parallel, allerdings war es klug, daß wir bereits um 20:15 dort waren (etwas behindert durch die wegen der Prozession gesperrten Strasse).

Sehr schön eingerichtet, rustikal, angenehme Beleuchtung (für's Ambiente - leider sieht man nicht was man isst, weil zu dunkel), man sitzt auf Rückenfreien Bänken an großen Tischen, die wie üblich mit Papierdecken dekoriert sind.

Offener Wein von Pico (Liter 4€): schrecklic sauer wie der der Wein, mitdem die Ulmer das Münster gebaut haben sollen (es fehlt wohl die Sonne für bessen Wein?) - der weisse Pressao ist Verde, wäre wohl besser gewesen - ansonsten Alentejo Wein wählen.
Sprudelwasser vom Spar, 1Liter Plastikflasche (war umsonst)

Essen:
- gemischer Vorspeisenteller (5€), gut, die Würstchen (Frühstück?) hätte man sich sparen können
- 2 mal "meia-dose" (7€) bestellt: Lulas Grelhada, Pescoa Grelhada - deftig deftig, versalzene Lulas, viel zuviel Süßkartoffeln, etwas Salat, mein Fisch war auch etwa zu lange gegrillt (frisch?) - alles auf einem (kalten!!) Teller - von Portugal mainland kenne ich das anders (Speisen auf Platten, man nimmt sich auf den eigenen Teller)

Zusammenfassend: sehr günstig für die Insel aber das war's dann auch schon wieder: Essen deftig, verkocht, zuviele Sättigungsbeilage, Wein nicht akzeptabel

Was gibt's sonst neues zum Essen gehne auf Sao Miguel?

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hjh
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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von hjh » 23.06.2014, 19:45

Pech. Normalerweise ist (ißt) man nämlich beim „Fischer un sine Frau“ gut bedient. Er fängt den Fisch, sie kocht hervorragend. Ich war schon mehrfach mit Gästen dort. Und stets zu aller Zufriedenheit. An das mehr als rustikale Interieur muss man sich natürlich gewöhnen. Wer speist schon gerne sehr gut an Brauereitischen und dazugehörigen Bänken? Wer gewöhnt sich an einheimische Gäste, die nur ihr Bier trinken und auf den unvermeidlichen TV glotzen?
Als ich erstmals da war, hatte der Wirt seine Speisekarte nur „im Kopf“. Inzwischen liegt sie auch gedruckt vor. Und die Preise sind zwar gestiegen, doch immer noch günstig. Der Teller kalt: Woher soll der gute Mann wissen, dass man ihn in einem guten Restaurant vorgewärmt erhält?
Dass einiges nicht so war, wie es hätte sein sollen, ich glaube, da hatte XT600 einfach Pech.
Wer gute, reichhaltige Buffets zu sehr günstigen Preisen sucht, der gehe mittags fr, sa so mal ins Lagoa Azul in Sete Cidades (rustikal deftig) oder (auch mittags mit Thermalbadeintritt) ins Restaurant Ferraria (gediegen).
hjh

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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von klee » 23.06.2014, 19:49

also ehrlich - XT600 ist mal wieder "anspruchsvoll"
Ich hab noch nie irgendwo vorgewärmte Teller bekommen - schon gar nicht irgendwo, wo man für 7 EUR ein Essen bekommt ...
Meine Reiseberichte:
http://www.acores9.de

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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von XT600 » 23.06.2014, 21:36

klee hat geschrieben:also ehrlich - XT600 ist mal wieder "anspruchsvoll"
Ich hab noch nie irgendwo vorgewärmte Teller bekommen - schon gar nicht irgendwo, wo man für 7 EUR ein Essen bekommt ...
also bei uns in der Kantine sind die Teller so heiss, daß du dir die Finger verbrennst :mrgreen: ich vermute aber, daß leider der Preis nicht mit dem Service korreliert (leider!!) - einzig in den Restaurant auf Terceira (Name vergessen) war alles perfekt (weil die Besitzer wohl lange in Canada oder USA gelebt haben)

Wir sind es von Pt eher gewohnt, daß die Teller auf dem Tisch liegen, dann kommt das Essen auf den Edelstahltabletten und man serviert sich selber von dort.

Lustig fand ich, daß mich der junge Mann (begrenzt Englisch) im "Cafe do Cais" von dem sauren Wein auch noch probieren lassen wollte (ist uns auf Santa Maria auch mit dem "pressao" passiert - irgendwie scheint örtliche HOGA-Verbanbd bei einer Kellnerschulung geschult zu haben, daß die Touris den Wein probieren wollen... dabei probiert man eigentlich nur Flaschenwein ab ggf. 20€ (in DE) und ggf. auch mehr deshalb, um zu sehen ob er NICHT korkt)

Das Essen war nicht schlecht per se, aber wir sind vom Mainland einfach anderes gewohnt... Atlantikküche hat halt was besonderes - die Caldheiras machen mich auch nicht wirklich an (weder hier noch auf dem Mainland)

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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von XT600 » 24.06.2014, 22:21

wir haben euch hier im Forum geglaubt und dem "Cafe do Cais" heute eine zweite Chance gegeben: ja lauter locals, zig finos getrunken und Sande mixta bestellt, und mehr draussen beim rauchen gestanden.

Übrigens: es war nicht "meia dose" sondern "prato" was wir vorgestern bestellt hatten, also das Tellergericht, heute also die Servierplatte (?)

- 1 litro vinho branco pressao - en jarro (Vinho Verde) - genial (4€)
- Mexilhoes (3,5€)
- Mista Peixe (12,5€) ohne Kartoffeln, nur Salat und Früchte
8)

Geniales Abendessen - dieses Mal sehr guter Fisch, für 20€ completo absolut unschlagbar (im Vergleich zu den Restaurantes am Meer in Ribeira Grande wo die Fischplatten alleine 24-35€ kosten :roll: )

Ja, gerne wieder, man sollte nur vorher genau dieses Forum studieren und wissen, daß man besser keinen Rotwein von Pico bestellt und auch keine "Pratos". Das "Reservado" heute war nur fake, kam niemand mehr nach uns rein, schade, dass die Locals unter der Woche nicht Essen gehen (können)....bin mir nicht sicher, wie lange diese Familie durchhalten wird mit den sagen wir 50€ Tagesumsatz?

Wir hatten nur einen jungen Burschen zu Gesicht bekommen, der english sprach, keinen Fisch und keine Köchin - leider auch so eine Sache, was die Insulaner nicht verstehen (verkaufsförrdend wäre es, wenn die Köchin die Platte brächte wenn eh nichts los ist, oder?

LustigerBub
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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von LustigerBub » 28.09.2016, 20:30

Wollte dieses Thema mal aus der Mottenkiste rausholen. Gibt es Updates zu guten Restaurants auf Sao Miguel? Wir werden nahe Ribeira Grande im Pedras do Mar Hotel übernachten. Und ausschließlich im Hotel Restaurant essen, ist uns zu schnöde.

Wie sieht es mit Preisen aus? Sind mit dem stärkeren Tourismus auch die Preise gestiegen? Nicht falsch verstehen, es soll ja jeder was vom großen Kuchen abbekommen :)

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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von atisto » 27.03.2017, 14:07

Sehr interessante Tipps. Ich dachte eigentlich die Azoren haben Restauranttechnisch mehr zu bieten. Wir fahren dieses Jahr das erste Mal hin, wird also eine Schatzsuche mit den Restaurants, schätze ich.

klee
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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von klee » 05.04.2017, 18:53

Ich schlage eine Mischung aus Reiseführer (Michael Müller Verlag) und Leute vor Ort fragen vor.
Und einfach mal ausprobieren ...
Meine Reiseberichte:
http://www.acores9.de

atisto
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Re: Restauranttipps auf Sao Miguel

Beitrag von atisto » 08.04.2017, 13:12

Ja genau, so freestylemäßig wollte ich es auch machen...Hach ich freue mich schon!

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