"Wie ist das denn so, auf den Azoren?"

Für alle die mit dem Gedanken spielen auf die Azoren auszuwandern. Sie suchen Kontakte zu deutschpsrachigen Residenten? Sie benötigen Hilfe mit Ämtern und Behörden? Wo bekommt man welche Produkte? Was ist auf den Azoren zu beachten?
Inselindianer
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Beitrag von Inselindianer » 28.01.2010, 11:21

Hallo Ze,

Kleiner Nachtrag zu den Lebensmittelpreisen:
Ich rede auch, aber nicht nur von Importware. Lass uns doch mal ein paar Preise für einheimische Produkte betrachten:

Feigen: 5 EUR/kg :shock:
Maronen/Esskastanien: 4-5 EUR/kg :shock:
Honig aus Pico: 3-4,5 EUR/Glas :shock:
Süßkartoffeln: 2-2,50/kg

etc. pp.

Ich weiss nicht so genau was Du mir sagen wolltest, aber in meinem Laden in D kriege ich das alles billiger.

Ich habe mich bereits für einen "Mercado Municipal" starkgemacht, bei dem jeden Samstag regionale Produkte von privat an privat verkauft werden. Das muss die Camara Municipal genehmigen und finanziell unterstützen, da er in einer Halle (z.B. alte Thunfischfabrik) stattfinden sollte. Vorschlag wurde abgelehnt - warum weiß ich nicht. Vielleicht weil der Vorschlag von nem Ausländer kam, oder weil die "Avenida do Mar" (das größte Unsinnsprojekt seit dem Turmbau von Babel) mehr in die Kassen der Bauunternehmer spült.
Mir wurde gesagt, dass kein Geld dafür vorhanden sei :lol: ! Oder sind es doch die ansässigen Supermakt-Paten, die an dieser Stelle lobbyistisch in die Politik intervenieren?

Gruß,
Inselindianer

Inselindianer
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Beitrag von Inselindianer » 28.01.2010, 14:51

Hallo Ze,

zweiter Nachtrag:

Da Du hier meinen Vornamen erwähnt hast (wird allerdings mit "c" geschrieben) zeigt doch auch, wie klein unsere "Aussteigerwelt" auf den Azoren ist. Offensichtlich musstest Du nicht lange nachdenken, um rauszufinden, wer hier schreibt. Alleine diese Tatsache ist doch traurig: So wenige Ausländer leben hier (obwohls doch so schön ist!), dass man sich bei jedem Deutschen fragt: Oh, wir müssten uns doch kennen!

Zweitens sind nur Ausländer hier, die ihre Kohle in Deutschland trocken gelegt haben, um jetzt hier von den Renditen oder der Rente zu leben. Also solche, die nicht aktiv am wirklichen Gesellschaftsleben teilnehmen. (Mit wenigen Ausnahmen im Tourismusgeschäft).
Klar, als Rentner oder Millionär kann ich grinsend rumrennen und so erfüllende Konversationen wie "bom dia" und "tudo bem?" führen, ohne dass ich mich mit der Gesellschaft wirklich auseinandersetzen müsste. Diese Art von Auswanderen sehen natürlich alles etwas rosiger.
Allen Anderen ist klar: hier ist nix zu holen. Und das ist fortschrittsblockierend auf allen Ebenen. Nicht nur im industriellen und materiellen Sinne (Fabriken will ich hier ja auch nicht), sondern vorrangig im geistig-kulturellen Bereich.

Drittens empfinden alle Leute, die uns in den letzten Jahren hier besucht haben (Italiener, Spanier, Deutsche) die Atmosphäre als bedrückend, was nach deren eigenen Aussagen weniger am Wetter, als an den Leuten liegt. In Faial ist das ne ganz andere Nummer, aber hier auf Pico wirst Du halt als Fremder beim Betreten einer Spelunke immer noch blöde angeguckt und selbst beim Versuch einer freundlichen Begrüßung darf man nicht unbedingt mit Erwiderung rechnen. Gut, ist eben ihr Naturell, aber nett ists trotzdem nicht. Verschlossene Fensterläden, selbst bei schönen Tagen, kaum ein Mensch zu Fuß unterwegs: all das prägt das hiesige Lebensgefühl und gibt einen Einblick in die Psyche der Menschen.

Ich kenne die Gründe dafür, die gerne in der Salazar-Zeit gesucht werden und noch weiter davor und kann mich daher auch zu einem zögerlichen Verständnis durchringen. Aber gerade deswegen ist geistig-kultureller Austausch das Wichtigste, was diese Insel braucht. Die romantisch-verklärte Sichtweise dieser Phänomene ist für mich nicht nachvollziehbar und manifestiert sich in einen Gemütszustand, mit dem selbst die Einheimischen nicht glücklich sind :( .

Also: Du hast gesagt, dass soziales Engagement bei vielen vorgenannten Punkten Abhilfe schaffen würde. Das interessiert mich sehr, denn noch habe ich die Inseln für mich nicht aufgegeben. Sag doch mal, was Du vorschlagen würdest und: kennen wir uns?

Gruß,
Inselindianer

Ze
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Beitrag von Ze » 28.01.2010, 17:20

Hallo Inselindianer,
nein, das ist ein Irrtum, ich kenne Dich nicht. Du hast ein Posting mit dem Namen Marcus unterschrieben. Darum dachte ich Du möchtest so angesprochen werden. Das war alles.

Zitat: „Ein Deutscher in der azoreanischen Politik? Na, das Thema diskutieren wir hier mal besser nicht. Hier bekommst Du als Deutscher nicht mal nen Job bei der Müllabfuhr.“

Auf S.Miguel gab(gibt?) es z.B. einen Deutschen der in seiner Freguesia Bürgermeister wurde.
Er wurde wegen seines großen sozialen Engagements gewählt und bekam viel Unterstützung.
Wie lange er es gemacht hat weis ich allerdings nicht.

In die lokale Politik einzusteigen ist immer und überall sehr schwer. Auf den Azoren sind die Machtstrukturen sehr alt und starr. Alle reichen weit in die Salazar-Zeit (und davor) zurück. Ohne ein Verständnis dieser Strukturen und ihrer aktuellen Strömungen kann man in der Politik nicht mitdiskutieren (ob einem das passt oder nicht). Wenn man nicht mal die Hinweise zwischen den Zeilen in einem Zeitungsartikel begreift, wie will man denn da mitreden?
Außerdem wird die Politik nicht in den Kneipen gemacht, nirgendwo auf der Welt.
Ich habe miterlebt wie ein sehr engagierter und wohlmeinender Inselpräsident an diesen Strukturen brutal gescheitert ist. Ihm fehlte das Fingerspitzengefühl die unterschiedlichen Interessengruppen zu handhaben. Und das war ein Azorianer.

Ich kenne übrigens durchaus Deutsche die auf den Azoren angestellte Arbeit gefunden haben, sogar in öffentlichen Einrichtungen. Dass diese Leute über viel Durchhaltevermögen verfügten und die Sprache wirklich fließend sprechen, dürfte wohl klar sein. Niemand kann einen Angestellten gebrauchen der die Kunden immer wieder missversteht.

Ausländer die Firmen aufgebaut haben, die heute Azorianer beschäftigen, die den Kampf mit der Bürokratie durchgestanden haben und ganz normale Steuerklärungen und Bilanzen vorlegen, gibt es ebenfalls. Auch hier haben es nur die geschafft, die bereit waren die Verhältnisse zu akzeptieren.

Zu Deiner Gemüsemarkt-Idee:
Die ist schon klasse. Aber eine Idee haben und dann andere bitten sie zu realisieren gelingt in den seltensten Fällen. Meiner Ansicht nach wäre der einzig mögliche Weg folgender:

1. Prüfen wem ich da Konkurrenz mache. Die eingesessenen sitzen immer am längern Hebel. Das ist auch überall auf der Welt so.
2. Ein Angebot konzipieren mit dem ich wenig Konkurrenz habe (das ist ohnehin wichtig)
3. Die Lieferanten / Verkäufer für die Sache gewinnen. Ihnen an anderen Beispielen das Potential aufzeigen. Aber Vorsicht: Die Leute sind nicht doof. Für Sachen, die sie sofort als aussichtslos erkennen, findet man nirgends Mitstreiter.
4. Mit diesen Verkäufern eine Interessengemeinschaft gründen.
5. Die lokalen politischen Parteien abklappern und um Unterstützung werben (auch auf den Azoren will man Wählerstimmen gewinnen).
6. Sponsoren suchen. Das kann sogar der lokale Großmarkt sein, wenn man ihm das Gefühl gibt, dabei verdienen zu können.
7. Ganz generell: so viele Leute wie möglich ins Boot holen. Das gelingt aber nicht mit Kritik, sondern nur wenn jeder das Gefühl hat, dass es auch für ihn gut ist.
8. Die „Mühlen mahlen lassen“ aber immer freundlich und unterstützend am Ball bleiben.
9. Wenn die Leute das Gefühl bekommen, hier wolle sich nur ein „Besserwessi“ verwirklichen, dann ist alles aus.
10. Bereit sein ganz klein anzufangen. Evtl. mit einer Lizenz für einen kleinen Stand unter freiem Himmel, an dem Du an einem Tag in der Woche Dein (oder zugekauftes) Gemüse verkaufst.
11. Wichtig: Sich nicht über die absurden Vorschriften und Auflagen zu ärgern, sondern sich damit trösten, dass die alle von der geliebten EU aus Brüssel kommen.
12. Mit diesem Vorbild dann langsam auch andere Vermarkter ins Boot holen.

Dies sind die 12 Gebote für erfolgreiche Unternehmensgründer. Jetzt weis auch jeder dass ich von Beruf Unternehmensberater bin :wink:
Wie viele dieser Schritte bist Du bisher gegangen?

Die andere Sache: soziales Engagement.
Wenn man es versucht als würde man Bananen in der DDR verteilen, wird es auf jeden Fall ein Fiasko.
Also erst mal raus aus dem Elfenbeinturm und schauen was die Azorianer so machen. Es gibt nämlich einige Gruppen und viele Menschen die sich sozial engagieren. An diese Leute herantreten und Unterstützung anbieten.
Akzeptieren, dass die nicht alles so rationell und optimal machen wie Du es machen würdest, sondern deren Arbeit echt anerkennen. Ein wenig bescheiden bleiben, sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern genau wie die Anderen mitarbeiten.
Darüber wächst umgekehrt auch langsam unsere Akzeptanz in den Augen der Azorianer.
Wenn man dann anerkannt ist und die Anderen sehen dass man echt was drauf hat und sein Engagement ernst nimmt (es eben keine „Laune“, keine „Eintagsfliege“ ist), dann kommen die Möglichkeiten, auch größere Projekte in Angriff zu nehmen, von ganz alleine.

Ein Forumsmitglied hier „Dieter Gosdzinsky“, hat sich in Jahrzehnten auf Ibiza seinen Platz in der dortigen Gesellschaft erworben und ist heute auch eine bedeutende Person dort in der Handelskammer. Vielleicht liest er ja mit und gibt auch noch seinen Kommentar dazu ab, er weis gut was Integration bedeutet.

Stichwort „Sozialschmarozter“. In Deutschland bezeichnet man so einen Ausländer der nicht arbeitet, keine Sozialabgaben bezahlt, aber Ansprüche an den Staat stellt. Das ist zumeist ungerecht, darum benutze ich diesen Ausdruck nicht.
Wenn ein Ausländer auf den Azoren seine wahren Vermögensverhältnisse verschweigt, seine (schwarz) Einkünfte nicht angibt und sich damit nach Außen hin auf die Stufe mit einem armen, arbeitslosen Azorianer stellt um z.B. die Arbeitslosensätze bei den Kindergartengebühren zu erhalten, dann würde ich ihn nicht mit so einem Schimpfwort titulieren, aber als nicht ganz fair seinen Gastgebern gegenüber dürfte ich es doch wohl bezeichnen.

Müllabfuhr, Wasser, Kindergärten, etc. sind alle stark bezuschusst. Es ist eben doch der azorianische Nachbar (oder die EU), die das bezahlt.
Poste doch mal Deine Kosten für Müllabfuhr, Wasser und Fernsehgebühren, dann haben alle Leser in Deutschland ordentlich was zu lachen. :lol:

Honig, Maronen und Süßkartoffeln (bei Feigen bin ich nicht im Bild) bekommst Du in Deutschland nicht billiger wenn es nicht der letzte Dreck ist.

Ich will Dich nicht angreifen, nur würde ich Dich gerne wieder etwas von Deinem Negativtripp herunterholen.
Mit freundlichen Grüßen
Ze

Inselindianer
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Beitrag von Inselindianer » 28.01.2010, 21:16

Hallo Ze,

ja - da sprichst Du ein paar wahre Worte und ich kann sehr vieles davon auch für mich annehmen. Der Negativtrip hat sich schon wieder etwas gebessert, weil heute mal der Himmel aufgerissen ist. Die Laune macht ja hier bekanntermaßen die gleichen Kapriolen, wie das Wetter.

Als Europäer kenne ich keinen Ort ohne einen Wochenmarkt. Daher ist es für mich selbstverständlich, dass es hier sowas ebenfalls geben müsste. Dass man dafür noch "kämpfen" muss, ist nach meinem Verständnis das gleiche, als müsste man immer wieder neu beweisen, dass die
Erde rund ist. Mich wundert, dass die Leute bei ihrem Einkommen nicht schon selbst eine Initiative zur Senkung ihrer Lebenskosten gestartet haben, anstatt weiterhin von den hiesigen Melo-Monopolisten abhängig zu bleiben. Wenn das (für mich) Selbstverständlichste noch erklärt und erkämpft werden muss, dann kommt man schon ins Grübeln.
Und: Natürlich tritt man damit immer irgendjemand Einflussreichem auf die Füße, so daß es hierbei nicht nur um Organisation und Initiative, sondern vielmehr um Politik geht. Ist es das wert?

In jedem Fall danke ich Dir für die 12 Gebote und werde mal darüber meditieren.

Klar, ist Wasser, Müllabfuhr und Fernsehen sehr billig. Aber fairerweise darfst Du auch die Gründe dafür nicht verschweigen:

1. Wasser: Kommt hier jeden Tag massenweise vom Himmel, quasi umsonst. Wir benutzen Leitungswasser nur zum Abwaschen, Duschen und zur Bewässerung im Sommer. Es muss nicht aufbereitet werden und auch nicht aus dem Grundwasser hochgepumpt werden, wie auf dem Kontinent. Es gibt auch keine zentrale Abwasserrückführung. Dadurch rechtfertigt sich in meinen Augen auch der Preis. Wir haben ca. 15-20 Euro Kosten im Monat dafür.

2. Müllabfuhr: Der Müll wird abgeholt und unter freiem Himmel verbrannt. :? Keine Verbrennungsanlage, keine Filterung, nix. Also bei weitem weniger Aufwand als in Industrieländern mit ihren strengen Umweltvorschriften.

3. Fernsehen: Der in der Stromrechnung enthaltene Anteil für TV geht an RTP, die mich mit 2 Kanälen versorgen. (Wir haben kein Fernsehen, daher ist der Betrag eh geschenkt.) Aber bei näherer Betrachtung der Qualität dieser Programme, bin ich eher geneigt, selbst der Sendeanstalt eine Gebühr (Schmerzensgeld) in Rechnung zu stellen. Aber egal. :roll:
"Richtiges" Fernsehen, also Satellitenschüssel, ist hier genauso teuer wie überall in Europa.

LG,
Marcus

Inselindianer
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Beitrag von Inselindianer » 29.01.2010, 02:43

Hallo Ze,

kurzer Nachtrag:

Vielen Dank für Deine Geduld mit mir und dass Du meine Provokationen und Verbalattacken nicht übel genommen, sondern elegant in konstruktive Vorschläge umgewandelt hast. Wahrscheinlich ist es manchmal besser, wenn man die Schaltkreise der Azoreaner mal von einem Mitglied der "eigenen Sippe" erklärt bekommt - manchmal bin ich da nämlich ziemlich inkompatibel...

Gruß nach Faial!
Marcus

Ze
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Beitrag von Ze » 29.01.2010, 10:21

Hallo Inselindianer,

viele Deiner Kritikpunkte sind schon richtig. Nur sind sie leider kein alleiniges Azoren-Phänomen, sondern überall verbreitete Erscheinungen unserer Gesellschaft.
In diesem Mikrokosmos kann man nur vieles deutlicher erkennen, als z.B. in Deutschland.
Wenn auf einer Azoreninsel der Bau von 6 Windkraftwerken finanziert wird, aber nur 5 gebaut werden und der Inhaber der Baufirma sich stattdessen eine luxuriöse Villa hinstellt, dann kann jeder Azorianer das sehen. In allen anderen Ländern läuft das genauso, nur da bekommst Du es nicht so schön deutlich vor die Augen.

Was Kritik und politischen Durchblick angeht, darfst Du nicht Dein bäuerliches Umfeld als Maßstab nehmen. Es gibt, wie überall, eine „intellektuelle Elite“, die die politischen und kulturellen Entwicklungen sehr kritisch begleitet. Wenn die politischen Parteien auch (wie überall) mehr so eine Art demokratischer Maskerade sind, so stehen dahinter auch viele Menschen die die Themen sehr ernst und kompetent diskutieren.
Die Mehrheit der Bildzeitungsgläubigen in Deutschland ist auch nicht alleine repräsentativ.

Bemühe Dich mehr Zugang zu diesen Kreisen zu bekommen. Das ist nicht einfach, weil man a: de Sprache recht gut beherrschen muss, b: diese Leute nicht vor Ehrfrucht erstarren, nur weil man Ausländer ist, c: das Bildungsniveau dort sehr hoch ist und sie einen Schwätzer sofort erkennen, d: sie erwarten, dass man sich auch um ein wirkliches Verständnis der Strukturen bemüht.

Auf Faial lebte vor vielen Jahren ein dänischer Arzt. Dem ging es wie Dir. Er sah die Missstände überdeutlich, verband sich mit den intellektuellen kritischen Kreisen, seine sehr kritischen Artikel wurden sogar in der Azorenpresse veröffentlicht (das geht also schon!).
Allerdings hatte er auch den Ansatz: „an meinem Wesen soll die Welt genesen“ und damit verlor er immer mehr seine Akzeptanz, bis er frustriert sein Haus verkaufte und auf den Kontinent zog.

Lieber Macus, warum denn sollten die Menschen auf den Azoren anders (oder gar besser) als irgendwo sonst auf der Welt sein? Habsucht und Neid, Dummheit und Ignoranz sind einfach typisch menschliche Erscheinungsformen. In jedem von uns ist auch etwas davon.
Ãœberall gibt es „sone und sone“. Das Hemd ist jedem näher als der Rock, letzten Endes auch Dir und mir :)
Ãœberall gibt es auch Menschen die einfach nur anständig sein wollen. Die die Bereitschaft in sich tragen, in ihrem kleinen Rahmen, für ein menschliches Miteinander einzustehen. Insofern ist es immer Wert ein Idealist zu sein, solange man das typisch menschliche nicht als reine Boshaftigkeit und Dummheit ansieht. Sondern eben nur als das was es ist: menschlich eben.

Wundere Dich darum auch nicht, dass die Menschen so viel (für Dich selbstverständliches) nicht von sich aus in Angriff nehmen. Sie leben in ihren Selbstverständlichkeiten und haben in der Regel auch gar nicht so viel Muse wie Du, um über „höhere Ziele“ nachzudenken. Du bist extrem privilegiert, ich denke dessen bist Du Dir bewusst.

Wasser wird übrigens durchaus auch hochgepumpt, zumindest auf Faial gibt es bis zu 300 Meter tiefe Grundwasserbohrungen, erstaunlicherweise mit Süßwasser.

Mit freundlichen Grüßen
Ze

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"Wie ist das denn so, auf den Azoren?"

Beitrag von Peter J. » 29.01.2010, 17:49

Hallo Inselindianer,
Hallo Ze,
Hallo atras do sol,
ihr lasst Euch ja so wissend über die Verhältnisse auf Pico aus.
Meine Erfahrungen sind anders.
Siehe die Internetseiten:
http://www.azoren.at
und
azorenurlaub.blogspot.com
Ich schreibe hier unter meinem vollen Namen, meinen Internetseiten und meiner Mail-Adresse.
Wenn Ihr schon so, zumindestens einer, über die Azoren Verhältnisse herzieht, solltet Ihr Euch wenigstens zu erkennen geben.
Wir können uns dann, bei Gelegenheit, gerne auf Pico treffen.
Peter J. Orth op@orth-haus.de
Als Gäste kamen wir,
als Freunde durften wir gehen,
so waren wir immer willkommen hier,
und man freut sich auf ein Wiedersehen.

Ze
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Beitrag von Ze » 29.01.2010, 19:51

Besser? Schlechter? Außerirdischer?

Im Internet ist es nicht üblich (aus vielen guten Gründen), seine private Adresse zu veröffentlichen (machst Du ja auch nicht).
Wenn man allerdings nur Reklame für seinen Laden machen will …
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Peter J.
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"Wie ist das denn so, auf den Azoren?"

Beitrag von Peter J. » 30.01.2010, 06:11

Hallo Ze,
Ich möchte nicht mit Missverständnissen beginnen.

Deinen ersten Satz:
Besser? Schlechter? Außerirdischer?
verstehe ich nicht.

Deinem zweiten Satz kann ich nicht zustimmen.
Im Internet ist es nicht üblich (aus vielen guten Gründen), seine private Adresse zu veröffentlichen (machst Du ja auch nicht).
Es ist sogar Vorschrift im Impressum genaue Auskunft zu geben,
wie es jeder leicht in meinem Impressum nachlesen kann,
mit Namen, genauer Adresse, Telefon-, Fax- und E-Mail Adresse.
http://www.azoren.at/impressum.php

Leider ist auch Dein dritter Satz nicht richtig.
Wenn man allerdings nur Reklame für seinen Laden machen will …
Meine beiden Azoren Webseiten sind ehrenamtlich und werbefrei.
http://www.azoren.at
http://www.azorenurlaub.blogspot.com
Ich habe keinen Laden auf den Azoren.
Mein "Laden in Deutschland" ist eine Eventlocation in einem Privatmuseum.
http://www.orth-haus.com
Auf den Azoren sind dafür sicher keine Besucher zu werben.

Meine Erfahrungen auf den Azoren sind anders, als der Dialog, den ich hier lese und darüber wollte ich mich austauschen.
Das kann hier geschehen, beim nächsten Besuch, über E-Mail oder Telefon.
Meine persönlichen Angaben sind hier alle zu finden.

Zu meiner Person: Ich kam vor 21 Jahren das erste Mal auf die Azoren,
habe hier gelebt, ein Buch und viele Kalender über die Azoren veröffentlicht und in deutschen Städten in Diaschauen über die Azoren berichtet.

Daher interessieren mich besonders die Erfahrungen meiner Landsleute,
die Heute auf Pico leben.
Es interessiert mich auch, wie meine Landsleute sich in die Gesellschaft der Azoreaner einbringen....
Wenn von schlechtem Wetter mit viel Regen die Rede ist, ist es entscheidend wo jemand lebt.
Pico ist nicht Pico.
Wenn jemand von seinen Erfahrungen in nassen Häusern spricht, sind die Baumaterialien entscheidend.
usw.... usw.
Peter J. Orth[/i]
Als Gäste kamen wir,
als Freunde durften wir gehen,
so waren wir immer willkommen hier,
und man freut sich auf ein Wiedersehen.

Ze
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Beitrag von Ze » 30.01.2010, 10:13

Lieber Peter,
wir haben hier, sicher sehr kontrovers, über das Leben auf den Azoren diskutiert.
Nun schau Dir Dein Posting doch noch einmal an und sage mir was Du damit inhaltlich zu dieser Diskussion beigetragen hast, außer der Tatsache dass Du eine andere Erfahrung hast.
Was hat Dich gehindert über Deine Erfahrungen zum Thema zu schreiben?

Darum meine Frage ob diese Erfahrung besser, schlechter oder außerirdischer war.

Wenn bei einem Eintrag der einzig bedeutsame Inhalt ein Link auf eine externe Seite ist, dann liegt die Vermutung, dass hier nur Traffic generiert werden soll, doch recht nahe. Oder nicht?

Wenn ich mir dann die Preise in der „Eventlocation Orth Haus“ ansehe, ist das so wenig Ehrenamtlich wie die Seite werbefrei ist. Und dass diese Seite mehr in Deutschland als auf den Azoren gelesen wird, dürfte auch Dir klar sein. Du darfst nicht alle für völlig naiv halten.

Und Deine Naivität bezüglich Klarnamen und Adressen im Internet kaufe ich Dir auch nicht ab. Wenn Du Dich schon genauso lange auf den Azoren herumtreibst wie ich, kannst Du nicht so viel jünger sein und so ganz arglos.

Nun warten wir ganz gespannt, was Du denn zu unserem Thema beizutragen hast. Denn daran, das Du jede menge Erfahrungen hast, zweifele ich ausnahmsweise überhaupt nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Ze

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"Wie ist das denn so, auf den Azoren?"

Beitrag von Peter J. » 30.01.2010, 11:04

Hallo Ze,

Meine Azoren Erfahrungen stehen auf meinen Azoren Internetseiten.
Deshalb habe ich den Link veröffentlicht und damit die anderen Teilnehmer wissen,
mit wem sie es tun haben.

Mein erster Beitrag zum Thema steht in meinem Posting:
Daher interessieren mich besonders die Erfahrungen meiner Landsleute,
die Heute auf Pico leben.
Es interessiert mich auch, wie meine Landsleute sich in die Gesellschaft der Azorianer einbringen....
Wenn von schlechtem Wetter mit viel Regen die Rede ist, ist es entscheidend wo jemand lebt.
Pico ist nicht Pico.
Wenn jemand von seinen Erfahrungen in nassen Häusern spricht, sind die Baumaterialien entscheidend.
usw.... usw.

Warum ich die Links gesetzt habe?
Ich habe keinen Vorteil vom Azoren Traffic.
Dort stehen meine Erfahrungen und sie zeigen, wer ich bin.
Warum so misstrauisch, wenn sich jemand outet?

Das Orth-Haus ist mein Beruf und hat aber auch gar nichts mit den Azoren zu tun.
Im Gegenteil gibt es mir die Möglichkeit ehrenamtliche Webseiten zu erstellen.

Ich letzten Posting schrieb ich: das die Azorenseiten ehrenamtlich und werbefrei sind.
Diese Seiten sind entstanden, als mein persönlicher Dank an die schöne Zeit auf den Azoren.
Du kannst mir glauben, ohne Misstrauen.

Weitere Seiten, die ein Dank an meine Heimat sind, findest Du unter „Sehenswürdigkeiten“ und „Rheinland-Portal“.
So etwas gibt es – auch hier werbefrei und ehrenamtlich.
Also tue das nicht mit Naivität ab.
Früher hätte ich vielleicht nicht ohne an Profit zu denken, so gehandelt, das ist ein Privileg des Alters.
Bitte nicht Alles in einen Topf werfen.

Wieso kennt ihr Euch nicht untereinander, wo Ihr doch schon viele Jahre auf Pico lebt?
Das bei weniger als 17000 Einwohnern?
Vielleicht kennen wir uns ja.
Ich war in den beiden letzen Jahren zum Urlaub auf Pico.

Irgendwo glaubte ich gelesen zu haben, dass ein deutscher Azorianer ein altes Lavahaus gekauft und restauriert hat. Da ist die Feuchtigkeit unumgänglich.

Nur wenn ich Fakten kenne, kann ich konkret vielleicht etwas zu diesem Thema sagen.

Ich habe keine Lust zu posten, um meine Einstellung gegen Misstrauen zu verteidigen.
Peter J. Orth
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als Freunde durften wir gehen,
so waren wir immer willkommen hier,
und man freut sich auf ein Wiedersehen.

Ze
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Beitrag von Ze » 30.01.2010, 16:06

Lieber Peter,

Wir haben hier über Negativbewertungen der azorianischen Mentalität und über Möglichkeiten (bzw. Unmöglichkeiten) als Ausländer auf den Azoren Einfluss zu nehmen geschrieben. Auch über evtl. mögliches soziales Engagement.

Auch Dein drittes Posting zeigt, dass Dich diese Themen nicht interessieren, bzw. Du nichts dazu zu sagen hast. Darüber ist auch nichts auf Deinen Internetseiten zu finden.

Warum also bitte Deine Einträge hier und nicht im Bereich „ich über mich“? Dort kannst Du Dich auch gerne „outen“, aber warum das von den Anderen verlangen?
Noch entscheidet jeder selbst, ob er seine Person, seine privaten Kontakte und Bekanntschaften öffentlich macht.

Noch immer warten wir gespannt auf Deine Einträge zum Thema. Hättest Du Dich da eingebracht, wäre irgendein Misstrauen erst gar nicht entstanden und Deine langen Verteidigungsreden völlig unnötig.

Mit freundlichen Grüßen
Ze

Ze
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Beitrag von Ze » 30.01.2010, 16:53

Hallo Inselindianer,

Hier nur ein Beispiel für privates soziales Engagement auf Pico:
http://cm-saoroquedopico.azoresdigital. ... igo&ID=312

Hier eine Seite mit dutzenden Links auf Pico. Alles durcheinander, religiöses, soziales, Sport und politisches:
http://www.ribeiras.com/sites.php

Hier zu stöbern lohnt sich, um einen besseres Bild zu bekommen.

LG
Ze

Ze
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Beitrag von Ze » 30.01.2010, 17:08

Noch ein sehr gutes Beispiel für Diskussion und Kritik von Azorianern.
Es kommt von Flores:
http://ailhadasflores.blogspot.com/

Hier in die Tiefe gehen und vor allem die Kommentare zu den Artikeln lesen.

Dieter Gosdzinsky
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Schreckliche Acores ??

Beitrag von Dieter Gosdzinsky » 30.01.2010, 22:06

Mehr zufällig bin ich hier gelandet, eigentlich ist alles geschrieben, jeder beharrt auf seiner Position, wie in der Politik, trotzdem 3 Anmerkungen:

Wenn jemand irgendwo hingeht und stellt fest, das gefällt ihm nicht: Dann packe er sein Bündel und suche das Weite. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Nach meinem derzeitigem Kenntnisstand wird niemand am Verlassen des Archiples gehindert oder gehört Acores jetzt zu Nordkorea oder gar zu Kuba?

Wenn jemand irgendwo seinen Lebensmittelpunkt hat, evtl. dort Erlöse erwirtschaftet und es vermeidet, seinen Beitrag an der Unterhaltung des Gemeinwesens zu leisten, d.h. keine Steuern entrichtet, betrachte ich das, die rechtliche Situation mal vernachlässigend, als parasitär: Er nutzt die Infrastruktur eines Gemeinwesens mit allen Konsequenzen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen. Mies. SO bekommt man bestimmt keinen Zugang zu einer Gesellschaft. Wenn die gesellschftlichen Stukturen mafiös sind, ( das hat man in Oberbayern oder Südtirol und hier auch ) muß man eben versuchen, da über die passenden Institutionen reinzukommen, ist mühsam, geht aber. Manus manum lavat.

Schönes Wochenende

Dieter

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