Das prima Klima der Azoren

Fragen und Antworten rund um das Thema Wetter und Klima auf den Azoren.
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hjh
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Das prima Klima der Azoren

Beitrag von hjh » 17.06.2012, 08:09

Liebe Leser,
Ihr findet in diesem Forum einen Beitrag „Die Entdeckung Deutschlands als Touristenquelle“. Leser damtos erwiderte darauf:
hjh schreibt: „Er (der Politiker) meinte danach: „Die Azoren sind für viele Deutsche eine interessante Region. Da sie das ganze Jahr über eine Mischung aus gutem Wetter haben, bieten sie die Möglichkeit für Sport und die Nähe zur Natur.“„

Ich mache mir des öfteren den Spaß, verschiedene web scans der Azoren anzusehen, und wenn dann oft nur düstere Bilder mit Nebel, Wolken und Regen zu sehen sind, sollte man bei Wertungen doch bei der Realität bleiben. Dass es auf den Azoren "auch" mal Postkartenwetter gibt, sei unbestritten.

Vergleicht einmal die beiden Klimatabellen miteinander: Mallorca mit seinem „herrlichen Wetter“ und die Azoren mit ihrem „fürchterlichen Wetter“. Wahrheit oder Irrglaube?

Maximaltemperatur:
Vier Sommermonate sind auf den Azoren weniger heiß. Ich persönlich ziehe im Sommer die Azorentemperaturen auf jeden Fall vor. Mallorcas Hitze mag ich nicht, da verkrieche ich mich ins Haus und mache Siesta.

Minimaltemperaturen:
Bis auf Juli und August ist es auf Mallorca kälter. Und im Winter dort unangenehm kalt. Dagegen haben die Azoren auch im Winter angenehm milde Temperaturen.

Sonnenstunden:
Da hat Mallorca im Jahresschnitt ziemlich genau ein Drittel mehr. Für die einen schön, für die anderen weniger. Da ich selbst zu den hellhäutigen Typen gehöre: Wie warnt mein Hautarzt: „Hüten Sie sich vor der Sonne! Immer eine Mütze tragen und lange Ärmel. Sonst droht Hautkrebs!“

Wassertemperatur:
Während dreier Monate ist das Mittelmeer wärmer, 8 Monate aber der Atlantik.

Regentage:
50 auf den Azoren, 71 auf Mallorca
4:1 für die Azoren!

400 deutsche Residenten auf den Azoren lieben dieses Klima. Sonst wären sie nicht dorthin ausgewandert.
Fragt sie einmal, ob sie mit ihrem Wetter zufrieden sind!
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thermophil
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von thermophil » 17.06.2012, 10:13

Hallo Hermann,
danke für den Vergleich.

Wie Du schon richtig schreibst, es gibt ja unterschiedliche Wetter-Typen. Ich mag´s - wie du weißt - ja auch gern warm. Aber ab einem gewissen Punkt wird es dann ermattend.
Wobei man bedenken muß: Manche mögen das! Ein, zwei Wochen Sommerurlaub, ab in den Flieger Richtung "Sonnengarantie", abends Party, tagsüber Strand-Abhängen. Dieses Klientel ist in Malle gut aufgehoben.

Aktiv-Urlauber, die keine Sonnengarantie brauchen und sich auch bei Regen raus wagen, werden bestimmt auf den Azoren ihr Ziel finden.

Residenten stellen eine weitere Gruppe dar, die gesondert zu betrachten ist:
Wenn ich dort leben will, muß und soll es nicht jeden Tag knalle Heiß sein. Im Schnitt das ganze Jahr angenehm reicht ja schon! :-)
Und Regen bräuchte ich ja auch - für meinen Garten in spe! ;-)

Wie sich der Tourismus schlussendlich weiter entwickelt - egal wo - ist m.E. in erster Linie von den wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen abhängig! Und da steht ja so einiges an, was so manches Gedankenspiel ad absurdum führen könnte.

Einen schönen Sonntag allen Mitlesern!

LG Wolfgang

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Roman
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von Roman » 17.06.2012, 18:15

ich muss da widersprech. was bringt schon ein ausgeglichenes klima, wenn es draussen regnet. kein tourist will im regen durch die insel schlendern, wandern oder auch fahren. man will blauen himmel und kein regenwetter. da kann es noch so angenehm sein, wenn es von oben feucht wird, ist der urlaubstag im eimer. und das tut es definitv an mehr als 50 tagen im jahr. da ist es völlig egal, ab wieviel mm niederschlag ein tag ein regentag ist. jeder weiss, dass es an mehr als 50 tagen im jahr von oben feucht und ungemütlich wird für den touristen auf den azoren. von mai bis ende september soll es demnach an gerade mal sechs tagen feucht werden. das ist blanker hohn und zeigt, wie aussagekräftig eine tabelle ist. diese sechs tage sind gerade im moment alle am stück verbraucht worden. es darf daher nach der tabelle bis ende september nicht mehr regnen und jeder tag muss ein wunderbarer azorischer sommertag sein. das wetter funktioniert aber nicht nach einer tabelle und sanfter niesel den tag über bringt in der menge kaum niederschlag im regenmessr, wird natürlich auch nicht als regentag gezählt und vermiest einem aber alle urlaubslust bis aufs minimum. und die chance dass es im winterhalbjahr feucht wird von oben ist umso grösser als in den wenigen sommerwochen die bislang als saison gelten. insoferen werden die azoren nie ein ganzjahresreiseziel sein wie die kanaren, wo gerade im winter die höchsten übernachtungspreise erzielt werden und im sommer eher nebensaison ist. da kann in werbeprosekten stehen was will, die masse kann man nicht guten gewissens mobilisieren und es werden immer nur einige wenige bleben, die bereit sind, das risiko einzugehen
Nicht vergessen: der ROTHER WANDERFÜHRER AZOREN 2017 - 86 Touren, aktuell recherchiert in der gewohnten Rother-Qualität - erhältlich auch auf Englisch und auf Französisch !!
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von hjh » 17.06.2012, 19:46

Lieber Roman,
warum hast Du Dir eigentlich die Azoren als Lieblingsreiseziel ausgesucht?
Wegen des schlechten Wetters?
Sind für Dich 50 Regentage auf den Azoren so viel schlimmer als 71 auf Mallorca?
Gewiss, Ponta Delgada hat einen Niederschlag von 1026 mm im Jahresmittel, Palma de Mallorca dagegen nur 430 mm. Was ziehst du denn im Sommer vor: Trockene Dürre oder üppiges Grün?
Die Tabellen benennen Durchschnittswerte von vielen Jahren. Du beziehst Dich auf eine gegenwärtige Schlechtwetterperiode.
Wenn es den ganzen Tag über nieselt, wie Du schreibst, ist dies ein Regentag. Denn vom Regentag spricht man, sobald der Regen messbar ist. Aber ich kann dir kaum glauben, dass das Wetter mal so beständig schlecht sein sollte.
Natürlich ist der Winter feuchter als der Sommer. Ist das z.B. auf den Balearen anders?

Warum strömen die Touristen ganzjährig auf die Balearen?
• Weil es stets günstige Flüge in großer Auswahl gibt.
• Weil man schnell dort ist.
• Weil die Landschaft reizvoll ist.
• Weil die touristische Infrastruktur stimmt.
• Weil man dort so schön Remmidemmi machen kann.
• Weil man sich so lange in der Sonne bräunen lassen kann.

Warum fliegen relativ wenige Touristen auf die Azoren?
• Weil es nur wenige und ziemlich teure Flüge gibt.
• Weil ein Flug über vier Stunden dauert.
• Weil die Azoren für sie ein unbekanntes Reiseziel sind.
• Weil manche Leute Pech mit dem Wetter hatten? Gewiss nicht.

Nein, der Kenner fliegt auf die Azoren,
• weil die Landschaft überall so wunderbar ist.
• weil es ihnen beim letzten Urlaub dort so gut gefallen hat.
• weil man dort noch ein individueller Tourist sein kann.
• weil man sich beim Wandern seelisch entspannen und körperlich stärken kann.
• weil man dem Rummel anderer Urlaubsziele entfliehen will.
• und weil die Azoren so traumhaft schön und anders sind?

Leider aber bleiben die Azoren für viele ein „Terra incognita“ und außerhalb des Interessenfeldes.

Ich habe schon viele Winter auf den Azoren verbracht und nie bereut. Wegen des schlechten Wetters?
Auch die Familie meines Sohnes wird ab kommenden Monat zu ganzjährigen Azorenresidenten. Weil es Leute gibt, die behaupten, es würde dort den ganzen Tag regnen, stürmen und nieseln? Gewiss nicht. Auch sie kennen die Azoren seit Jahrzehnten und von allen Jahreszeiten.
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von Roman » 17.06.2012, 21:35

es geht doch darum: ein politiker behauptet, man hätte das ganze jahr über eine mischung aus gutem wetter. nd daraus litet man ab, dass man noch viel mehr touristen und ihr gutes geld auf die inseln holen kann. daraufhin kam der einwand, auf den webcams sieht man aber etwas anderes als dieses gute wetter.

es interessiert mich überhaupt nicht was in dieser tabelle steht. ich kann auch eine schreiben mit anderen zahlen und mich darauf berufen. offizielle zahlen entstammen den 60er bis 90r jahren. seither sind keine langjährigen mittel mehr veröffentlicht und mir bekannt. da liegen nun zwei jahrzehnte dazwischen. was die bemessungsgrundlage der tabelle st b
eibt schleierhaft.
es ist für mich absolut unbestritten, dass es an mehr als 50 tagen im jahr nieselt oder regnet und damit ein urlaubstag als unbefriedigendes erlebnis empfunden wird. es reicht sogar durchaus, dass es schon am morgen trüb ist un regen angesagt wird, damit man seinen tag nicht so durchführen kann wie geplant und schon ist die urlaubsfreude in der tonne. die chance, dass dies in den touristenarmen monaten januar bis april geschieht ist ungleich höher als in den touristenstarken monaten juli und august bzw. september. es reicht sogar schon wenn auf flores selbst im hochsommer in einer woche urlaub an nicht auch nur einem kurzen moment das hochland aufmacht und man mal einen see ohne dichten nebel zu sehen bekommt, dass die urlaubsfreude sinkt. als schlecht empfundenes wetter lässt sich nicht allein aus einer tabelle herleiten. ich muss auch jedes jahr den termin variieren und individuell auf das jeweilige wetter abstimmen, wann die kartoffeln in den boden kommen obwohl es ein langjähriges mittel gibt. es klappt aber nicht, wenn zum eigentlich idealen zeitpunkt der boden steinhart oder matschig ist.
auch ich nutze dabei mein wissen aus einem jahrzehnt erfahrung. niemals und unter keinenumständen würde ich eine reisegruppe ein habes jahr vorher im februar auf die azoren einbuchen, wenn der termin auch zu anderen zeiten durchführbar wäre. das risiko, dass teile der reise als misserfolg empfunden ween könnten ganz allein aufgrund der wetterlage sind mir einfach zu hoch. und die mehrzahl der touristen entscheidet sich längere zeit im voraus in sachen flugtermine, unterkünfte und mietwagen.

nein. die azoren sind kein winterreiseziel für die massen. das spiegelt sich auch in allen belegungszahlen wieder. wen es einmal in einer klammen unterkunft mit dauerfeuchten und nichttrocknenden klamotten gefroren hat, der wird sich gerne für die kanaren im winter entscheiden oder dutzende andere gleichwertige reiseziele. wer kein zweites paar wanderstiefel dabei hat weil das erste nach der ersten wanderung schon durchnässt ist wird sich nach zuhause sehnen und wer im februar gerne touristische angebote wahrnehmen möchte, dann ab feststellt dass die anbieter im winter zu haben kommt sich genasführt vor.
es werden genügend kommen, damit der flieger nicht ganz leer bleibt, aber die erhoffte masse die den touristikoperatorn den reibach bringt wird ausbleiben.
als tourist interessiere ich mich nicht für langjährige mittel. es muss dann gut sein wenn ich komme. ich gehe auch nicht in ein restaurant wenn ich weiß, im schnitt ist es ok, von 10x ist es aber 5x nicht gut, 2x ok und 3x recht gut. da ist mir die variation und der zufall dann zu groß und ich entscheide mich für sicherere alternativen. das ist hier beim wetter in der besprochenen zeit nicht anders. mir geht es so, und vielen anden offensichtlich nicht anders.
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von hjh » 18.06.2012, 08:51

Lieber Roman,

ich glaube, wir beide erleben zwei verschiedene Azoren.

Du erlebst die Azoren als passionierter Wanderer, der auf erträgliches Wetter angewiesen ist. Fängt es an zu nieseln, kannst Du in den seltensten Fällen Deine Tour abbrechen. Und wenn es denn allzu feucht ist, ziehst Du Dich in Dein Ferienhaus oder beengtes Hotelzimmer zurück und fragst Dich: Ist der Tag für mich verloren?

Ich kenne andere Azoren. Ich habe mein eigenes Haus mit allem, was dazu gehört. Langeweile ist mir völlig unbekannt. Schlechtes Wetter stört mich nicht, zumal es sehr selten überall gleich schlecht ist. Wir haben auf den Azoren ein ausgeprägtes Lokalklima. Hüllen sich die Berge in Wolken, scheint an der Küste die Sonne. Und wenn es in meinem Wohnort regnet, fahre ich zum trockenen Nachbarort.

Was macht der unternehmungslustige Wintertourist bei schlechtem Wetter? Die Inseln stecken voller kultureller Sehenswürdigkeiten, voller interessanter Besuchsstätten. Es gibt enorm viel zu besichtigen. Ich selbst erkunde die Azoren nun seit zwanzig Jahren. Und immer noch entdecke ich neue interessante Schönheiten, auch bei Regen. Damit kann auch notfalls der agile Wintertourist seine Schlechtwetterzeit überbrücken. Auch im Winter sind tageandauernde Schlechtwetterperioden die große Ausnahme. Die Luft ist mild und das Land bleibt üppig grün „Massen“, wie Du schreibst, kommen niemals und wollen wir auch keinesfalls. Ich wünsche mir, dass im Winter so viele kommen, dass die im Tourismus Beschäftigten weiterarbeiten können.

Auf Sylt gibt es laut Statistik übers Jahr verteilt 124 Regentage; im Winterhalbjahr 69; auf Mallorca 81, im Winterhalbjahr 47. Und dennoch sind es Winterreiseziele. Auf den Azoren fallen 40 Regentage ins Winterhalbjahr. Na und?

Es ist schade, dass sich so wenig Residenten in diesem Forum zu Wort melden. Sie könnten Dir ihre Ganzjahres-Wettererfahrungen aus erster Hand mitteilen.
hjh

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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von lava » 18.06.2012, 13:41

Da muss ich mich doch auch mal wieder zu Wort melden.
Also, diesmal muss ich hjh recht geben. Wie schön öfter erwähnt kenne ich die Azoren fast 30 Jahre zu jeder Jahreszeit , aber mit dem Wetter hatte ich noch nie Probleme. Im Gegenteil, in manchen Jahren gehe ich im Dezember noch schwimmen, nicht selten kann ich im Winter draußen auf der Terrasse essen (wenn ich da an die deutschen Winter denke..) etc.
Natürlich, wer Mittelmeerwetter sucht = immer blauer Himmel, wer die "dunkle Stimmung" bei Niesel oder Regen nicht verträgt (kenne ich einige, die das depressiv macht), der ist auf den Insel sicher falsch. Was ich absolut angenehm empfinde sind die Sommertemperaturen, wie hjh schon erwähnte, es ist nicht zu heiß und öfters bewölkt, sodaß die Sonne nicht so erbarmungslos runterknallt.
Aber wie gesagt, ich denke das Wetter empfindet jeder anders. Aber man sollte es auf jeden Fall kennen bevor man die Inseln besucht um nicht enttäuscht zu sein. Zu viele habe ich in den Jahren erlebt, die bei einem Sommernieseltag gleich verzweifeln.
Liebe Grüße, bei zur zur Zeit wolkenverhangenen Inseln, Lava

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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von Roman » 18.06.2012, 18:03

und wiederum verweise ich auf das eigentliche thema, dass es darum geht, dass urlauber im wirtschaftlich schlechten winter unter anderem wegen des nicht sicheren wetters wegbleiben. es geht und ging in dem thema nicht darum, residenten auf die azoren zu bringen.


gerade sind alle webcams dicht wolkenverhangen bis totalausfall. gestern war es moreorless so, vorgestern auch. vor vier tagen sosolala. vor fünf tagen war ein erträglicher tag. wir können weiter zurückgehen, es setzt sich so fort.
die rettungsschwimmer am strand haben ihre kapuzenpulli dicht über. kaum ein gast ist am strand und man mullt sich dicht ein. die meisten gäste haben lange hosen an. am frühstückstisch wird nebenan schon plan c aus der schublade geholt, weil plan b schon abgearbeitet ist.

wie haben ausgangs juni und man kann sagen, jetzt ist saison.

die oben geschilderte wetterlage, sei sie statistisch die ausnahme oder auch nicht, sie schreckt den durchschnittlichen urlauber ab. niemand der für ein hotelzimmer dreistellig bezahlt und mit allem drum und dran pro tag hundert euro liegen lässt (ich zähle mich hier nicht dazu). stellt sich so seinen jahreserholungsurlaub vor. wer das als ideal für den erholungsurlaub empfindet ist in der minderheit der urlauber beheimatet.
mag es auch andere tage geben -es ist unumstritten- mit dieser erkenntnis im vorfeld gibt es eine beachtenswerte quote derer, die sich ausdrücklich nicht für die azoren entscheiden, zumindest im winter und manche auch nicht im sommer.
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von hjh » 19.06.2012, 07:30

Lieber Roman,
einfach Pech.
Ich kann Deinen Frust verstehen, mir ginge es wahrscheinlich ähnlich.
Aber wir hatten hier im Rheinland bis vergangenen Samstag auch sehr viel Regen und keine Spur vom Sommer.
hjh

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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von damtos » 19.06.2012, 08:42

Roman hat völlig Recht, denn es geht hier nicht um die Residenten, die bei schlechtem Wetter sich in ihr Schneckenhaus zurückziehen können. Es geht doch hjh darum, mehr zahlungskräftige Touris auf die Inseln zu bringen. Warum das nicht klappt, dazu muss man nur seine Beiträge lesen und die Antworten ergeben sich von selbst. Man kann den Hund nicht zum Jagen tragen und es hat wenig Sinn am Nordpol Bananen zu pflanzen.
Tourismus in der jetzigen Form erleben wir nun schon seit Ende des Krieges, und wenn die Azoren abseits der üblichen Entwicklung liegen, hat das seine Gründe, was bestimmt auch sein Gutes hat.

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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von Roman » 19.06.2012, 08:47

ich bin nicht gefrustet. die anderen hier sind gefrustet. man muss nicht weit sehen. die mienen sagen alles. sie haben die schönen azoren versprochen bekommen oder es zumindest so verstanden, 2000 euro pro nase für ihren jahresurlaub ausgegeben und sind im regen gelandet wo es daheim auf der terrasse weitaus angenehmer wäre nahezu zum nulltarif. genau diese erlebnisse eines entsprechend nicht zu verachtenden risikos machen die runde und halten die touristen fern vom archipel, insbesondere die etwas zahlungskräftigeren und insbesondere in der schlechten jahreszeit. kein hochglanzprospekt sagt das in aller deutlichkeit, keine werbeanzeige zeigt diese bilder, jeder hotelier und reiseveranstalter schweigt. man würde sich ja etwaige kundschaft vergraulen. und wenn man man mit jemand aus der branche darüber spricht heißt es sofort, das wetter ist gerade katastrophal, man dürfe es aber niemand erzählen.

wenn es nur die azoren gäbe und die alternative daheim wäre, dann würden vielleicht mehr kommen. wenn man im winter aber für weniger geld in sicherere gebiete fahren kann was das urlaubserlebnis angeht, dann ist allein die natur nicht das lockmittel das die leute herbringt.

vom kleinen rest, der ein cape für seinen rucksack hat, hochtechnische funktionskleidung, gut durchfettete schuhe und den willen auch einen durch und durch bewölkten tag mit regenschauern als einen halbwegs guten tag anzusehen wird das gros der hotelbunker in der dünnen jahreszeit nicht wirtschaftlich sein können.

ich würde mir auch wünschen, die kleinen unterehmer ohne beziehungen nach oben würden im winter etwas mehr haben, die ferienhausbetreiber würden ihren belegungskalender nicht nur von mai bis oktober veröffentlichen weil der rest eh leer ist und die anbieter würden ihre angebote auch im winter haben und nicht nur geschlossene kioske. hier ist aber nun einmal saisongeschäft und diese saison ist nicht im winter.
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von hjh » 19.06.2012, 10:43

Lieber Roman,
du bist ja, ein richtiger Pessimist geworden, was das Azorenklima angeht.

Seit nunmehr zehn Jahren verbringen meine Frau und ich jeden Winter auf Sao Miguel.
Und haben es vom Wetter her noch nie bereut.

Auch im Winter lässt es sich auf den Azoren herrlich erholen. Wir bedauern die armen Deutschen, die bei nasser Kälte und mit dunklen, kurzen Tagen den Winter überleben müssen. Wie oft haben wir schon gedacht: "Wenn die wüssten, wie schön es jetzt hier bei diesen angenehmen Temperaturen und längeren Tagen ist!"

Natürlich ist das Winterwetter auf den Azoren nicht immer reine Freude. Doch selbst ein Regen- und Sturmtag kann zum Erlebnis werden. Die Tage, da man auf der Terrasse speisen kann und sich im Liegestuhl sonnt, sind gezählt. Die Berge hüllen sich häufig in Wolken, weshalb es auf den Azoren ja auch keine Bergdörfer gibt. Aber in den Küstengebieten ist es durchweg schön und angenehm. Und in Ponta Delgada laufen die Skandinavier mit Shorts und T-Shirts herum.

Sehr viele Residenten haben sich, so haben sie mir versichert, wegen des angenehmen Klimas die Azoren als neues Domizil ausgesucht. Die Familie unseres Sohnes und wir selbst auch.

Im kommenden Winter wird die Sata übrigens durchgehend sonntags von Frankfurt nach Ponta Delgada fliegen. Zum Bruttopreis von etwa 350 €. So hat mir der Azorenspezialist check-in-reisen versichert.
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von antonsd » 19.06.2012, 11:04

Hallo,

OK, ich will dann auch mal was sagen.
Für Residente ist das Wetter OK
Aber für die Touristen nicht wirklich interessant.
Es ist nicht so dass keine kommen, aber es sind halt nur wenige. Naturliebhaber wissen schon vorher worauf sie sich ein lassen und meist auch mit dem Wetter zufrieden.

Mein Belegkalender ist auch über "Winter" einsehbar und nicht gerade leer, aber voll, wird und soll er ja auch nicht werden. Denn auch Residente, brauchen mal Ruhe um die wenige "schönen" Tage zu genießen.
Auch aus diesem Grund, schreibe ich täglich die höchste und niedrigste Temperatur auf und veröffentliche sie auf meiner Webseite. da steht zwar keine Nebel oder Regen drin, das wäre mit zu aufwendig und es ist ja auch nur von "hier" (Ostende). Ein Stück weiter, Süd oder Nordseite, ist ja immer wieder anders.

Was soll's, übers Wetter streiten kann doch jeder, ändern, kann es keiner. Also nehmen wir es wie es kommt und machen das beste daraus. :roll:

Grüße antonsd
Meine Homepage mit WebCam von Piedade/Pico.
http://www.holiday-on-pico.com
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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von Dieter Gosdzinsky » 20.06.2012, 20:32

Ihr könnt ja diskutieren wie Ihr wollt. Die Ware Tourist ist eine Spezies, die vom Urlaub ihre Vorstellungen hat. Diese sind den Marketing-Leuten der Touristikbranche bekannt und danach werden Destinationen lanciert.

Die Azoren entsprechen generell nicht den Vorstellungen der Mehrzahl der potentiellen Kunden. Das ist so und ist so einfach nicht zu ändern.

Und daran haperts, der Eurosegen böleibt aus.

Ich habs selbst erlebt, würde nie einen Mallorca-Typen dort hin schicken -wegen der Regressansprüche -, es sie denn, mit autentischer Info. Und dann fährt er nicht.

Ich habe Kunden von hier, die das Wagnis Ponta Delgada eingegangen sind, trotz Warnung, - Dänen - und bitter enttäuscht waren , weshalb auch immer, das steht nicht zur Diskussion. Und das ist die allerschlechteste Werbung die ein Urlaubsziel haben kann. Das ist so, rede was Du willst.

Dieter

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Re: Das prima Klima der Azoren

Beitrag von thermophil » 08.07.2012, 08:47

Trägt zwar nicht zur Klärung des Klima-Disputs bei, aber dennoch mal eine kurze Wasserstands-Meldung aus SW-D: :D

Juni 2012: "gefühlte" Anzahl der Regentage: > 30 :cry:

8. Juli 2012: mindestens schon 15-20 Regenschauer :evil:

Immerhin "positiv":
- die Temperatur fällt nicht deutlich unter 20 Grad! 8)
- als "milder Winter" akzeptabel! :roll:

Schönen Sonntag an alle Foris

LG Wolfgang

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