Westinsel São Miguel: Verpasste touristische Chancen
Verfasst: 06.06.2013, 15:41
Ich bilde mir ein, mich auf der Westinsel von São Miguel einigermaßen auszukennen. Doch traurig bin ich immer wieder, wenn ich dort sehe, wie man vorhandene touristische Chancen nicht nutzt.
Früher habe ich meine Vorschläge und Anliegen den zuständigen Behörden mitgeteilt. Doch da Reaktionen und Antworten fast immer ausblieben, habe ich dies aufgegeben. Es ist eben für Fremde und Residenten ungehörig, Kritik zu äußern. Und sei sie noch so angebracht oder gut gemeint.
Hier liste ich einmal einige solcher verpassten Chancen auf.
1. Restaurants an den Badestränden von Mosteiros
Nun, im Sommer gibt es dort jeweils ein Getränke- und Eisbüdchen. Doch nach einem Restaurant schaut man sich an den Stränden vergeblich um.
Dabei würde ein Restaurant hier florieren! Ich erinnere an die gut besuchten Restaurants von Praia das Milicias, Praia Formosa oder am Badeplatz von Caloura.
2. Fajã der Ferraria
Mit seiner jungen Vulkanlandschaft und seinen heißen Quellen sicherlich ein Highlight der Insel. Etliche Millionen hat man in die Requalifizierung der Fajã gesteckt. Doch was wurde daraus? Haben Sie jemals die Toiletten am Feraria-Aussichtspunkt geöffnet angetroffen? Das neue Thermalbad weist technische Mängel auf und hat so gut wie keine Besucher mehr, das Thermalfreibecken hatte wegen überhöhter Eintrittspreise kaum Besucher und ist in diesem Jahr ganz geschlossen, die schönen Stege und Badeplattformen zum Naturschwimmbecken wurden im ersten Jahr ihres Bestehens nach einem Sturm wieder abgebaut; und so blieb es. Würden sie wenigstens in der Badesaison wieder errichtet! Das Restaurant ist zwar gut und teuer, aber hier hätte eine bürgerliche Gaststätte hingehört. Es wird kaum besucht und hat nur an zwei Abenden geöffnet. Ich habe einmal dem Restaurantleiter gesagt, in Feteiras gebe es seit Jahren an der Hauptstraße ein Schild, das auf ein längst nicht mehr vorhandenes Restaurant hinweise. Zum vorhandenen Ferraria-Restaurant aber gebe es kein Hinweisschild. Ich glaube, er hat nicht einmal verstanden, was ich damit sagen wollte.
3. Windmühlen als Attraktion
Auf Faial sind intakte Windmühlen eine Attraktion. Auch in Fajã de Cima wurde eine Mühle wiederhergerichtet. Doch abgesehen von einer privaten Windmühle ohne Windrad in Candelária grüßen uns im Westen von São Miguel von den Bergkuppen nur die hohlen Mühlentürme. Würden sie in ihrer ursprünglichen äußeren Form wieder überdacht, vielleicht sogar mit Windrädern versehen, wären es Wahrzeichen und touristische Attraktionen. Ein Privatmann wollte vor Jahren einmal einen einstöckigen Fachwerkbau rund um einen Mühlenstumpf errichten und darin ein Ausflugslokal mit schöner Aussicht einrichten, stieß aber bei den Behörden auf keine Gegenliebe.
4. Tunnel von Sete Cidades
Ich meine den Entwässerungstunnel in Richtung Mosteiros, dessen Wasser dort am linken Badestrand ins Meer fließt. Es dürfte nicht allzu teuer werden, einige nasse Bodenstellen im Inneren mit Splitt trocken zu legen und eine sparsame, auf Bewegungsmelder reagierende Beleuchtung zu installieren. Immer wieder beobachte ich Wanderer mit Taschenlampen und gar Radfahrer, die diesen romantischen Tunnel als Abkürzung der Strecke über den Vulkanrand nutzen. Doch dies ist eine der wenigen Ausnahmen, wo ich auf meine Eingabe einmal eine Antwort erhielt: Die Regierung erachtet den Tunnel als bedeutungslos für die Infrastruktur des Tourismus.
5. Seenrundwege Lagoa Verde und Lagoa Azul
Leider kann man nicht am Ufer der Seen rundumwandern. Jeweils in einem relativ kurzen Steilstück des Hangs sind die Wege unterbrochen. Sollte es zu aufwendig sein, die Wege in die „Fußenden“ der Hänge zu graben, so kann man ohne Beeinträchtigung der Natur Stege entlang des Seenufers anlegen.
6. Neue Containerbauten am Seeufer
Ich verbeiße mir hier eine weitere Bemerkung. Jeder soll sich selbst davon überzeugen, wie man hier mit Millionenaufwand das idyllische Ufer mit unnützen Containern verschandelt hat. Hätte man wenigstens in einem der Container ein kleines geologisches Museum über den Vulkan von Sete Cidades untergebracht!
7. Santiagoseeblick und Weg zum Lagoa Rasa
Wenn man von Sete Cidades zum Vista do Rei hochfährt, kommt erst im Wald ein Aussichtspunkt, an dem alle halten: Ein schöner Blick hinunter auf den Santiagosee.
Niemand aber hält an einem noch schöneren Aussichtspunkt weiter oben: Ein umfassender Blick auf den gleichen See und dahinter die Caldeira von Sete Cidades. Und gleichzeitig beginnt hier ein Panoramaweg zum unbekannten Lagoa Rasa. – Leider ist der kleine Parkplatz direkt neben der Straße in einem miserablen Zustand. Meine Schreiben an die Behörden, hier ein Hinweisschild anzubringen und den Parkplatz für 2-3 PKW herzurichten, blieben ohne Antwort.
8. Vista do Rei
Der wunderbare Aussichtspunkt, mit der schönste der Azoren, wird von praktisch allen Touristen besucht. Selbst bei Nebel. Endlich hat man eine wohl provisorische Toilettenanlage hingestellt, die aber oft verschlossen ist. Aber sonst tut sich nichts. Nicht einmal die Hinweistafeln werden erneuert. Die scheußliche Hotelruine gammelt vor sich hin. Eine miserable Visitenkarte.
9. Öffnungszeiten der Höhenparks
Hier meine ich die außergewöhnlichen schönen Höhen-Parkanlagen „Lagoa do Canário“ und „Lagoas Empadadas“. Gewiss, an Nachmittagen stellt sich dort oft Nebel ein. Aber könnte man nicht die Öffnungszeiten an schönen Sonnentagen flexibel über 16 Uhr hinaus ausdehnen?
10. Ausschilderung von Rundwegen
Es gibt einige ausgeschilderte Wanderwege im Bereich der Caldeira. Aber sie alle haben einen Ausgangspunkt weitab vom Zielpunkt. Wie soll der Wanderer zu seinem abgestellten PKW zurückkommen? Möglichkeiten für Rundwege gibt es etliche. Aber da muss man sich ohne Markierung zurechtfinden.
11. Beschilderte Radwege fehlen
Zwar kann man in Sete Cidades Fahrräder ausleihen, doch ausgeschilderte Radwege gibt es so gut wie nicht. Dabei gibt es im Osthang der Caldeira Richtung Capelas und im Südhang Richtung Covoada ein dichtes Netz sehr schöner, gut asphaltierter landwirtschaftlicher Wege, die nur ausgeschildert werden müssten.
Nun, wer sich Gedanken macht, könnte diese Liste gewiss noch ergänzen. Schade, dass die zuständigen azorianischen Stellen in diesen Dingen scheinbar andere Ansichten haben.
hjh
Früher habe ich meine Vorschläge und Anliegen den zuständigen Behörden mitgeteilt. Doch da Reaktionen und Antworten fast immer ausblieben, habe ich dies aufgegeben. Es ist eben für Fremde und Residenten ungehörig, Kritik zu äußern. Und sei sie noch so angebracht oder gut gemeint.
Hier liste ich einmal einige solcher verpassten Chancen auf.
1. Restaurants an den Badestränden von Mosteiros
Nun, im Sommer gibt es dort jeweils ein Getränke- und Eisbüdchen. Doch nach einem Restaurant schaut man sich an den Stränden vergeblich um.
Dabei würde ein Restaurant hier florieren! Ich erinnere an die gut besuchten Restaurants von Praia das Milicias, Praia Formosa oder am Badeplatz von Caloura.
2. Fajã der Ferraria
Mit seiner jungen Vulkanlandschaft und seinen heißen Quellen sicherlich ein Highlight der Insel. Etliche Millionen hat man in die Requalifizierung der Fajã gesteckt. Doch was wurde daraus? Haben Sie jemals die Toiletten am Feraria-Aussichtspunkt geöffnet angetroffen? Das neue Thermalbad weist technische Mängel auf und hat so gut wie keine Besucher mehr, das Thermalfreibecken hatte wegen überhöhter Eintrittspreise kaum Besucher und ist in diesem Jahr ganz geschlossen, die schönen Stege und Badeplattformen zum Naturschwimmbecken wurden im ersten Jahr ihres Bestehens nach einem Sturm wieder abgebaut; und so blieb es. Würden sie wenigstens in der Badesaison wieder errichtet! Das Restaurant ist zwar gut und teuer, aber hier hätte eine bürgerliche Gaststätte hingehört. Es wird kaum besucht und hat nur an zwei Abenden geöffnet. Ich habe einmal dem Restaurantleiter gesagt, in Feteiras gebe es seit Jahren an der Hauptstraße ein Schild, das auf ein längst nicht mehr vorhandenes Restaurant hinweise. Zum vorhandenen Ferraria-Restaurant aber gebe es kein Hinweisschild. Ich glaube, er hat nicht einmal verstanden, was ich damit sagen wollte.
3. Windmühlen als Attraktion
Auf Faial sind intakte Windmühlen eine Attraktion. Auch in Fajã de Cima wurde eine Mühle wiederhergerichtet. Doch abgesehen von einer privaten Windmühle ohne Windrad in Candelária grüßen uns im Westen von São Miguel von den Bergkuppen nur die hohlen Mühlentürme. Würden sie in ihrer ursprünglichen äußeren Form wieder überdacht, vielleicht sogar mit Windrädern versehen, wären es Wahrzeichen und touristische Attraktionen. Ein Privatmann wollte vor Jahren einmal einen einstöckigen Fachwerkbau rund um einen Mühlenstumpf errichten und darin ein Ausflugslokal mit schöner Aussicht einrichten, stieß aber bei den Behörden auf keine Gegenliebe.
4. Tunnel von Sete Cidades
Ich meine den Entwässerungstunnel in Richtung Mosteiros, dessen Wasser dort am linken Badestrand ins Meer fließt. Es dürfte nicht allzu teuer werden, einige nasse Bodenstellen im Inneren mit Splitt trocken zu legen und eine sparsame, auf Bewegungsmelder reagierende Beleuchtung zu installieren. Immer wieder beobachte ich Wanderer mit Taschenlampen und gar Radfahrer, die diesen romantischen Tunnel als Abkürzung der Strecke über den Vulkanrand nutzen. Doch dies ist eine der wenigen Ausnahmen, wo ich auf meine Eingabe einmal eine Antwort erhielt: Die Regierung erachtet den Tunnel als bedeutungslos für die Infrastruktur des Tourismus.
5. Seenrundwege Lagoa Verde und Lagoa Azul
Leider kann man nicht am Ufer der Seen rundumwandern. Jeweils in einem relativ kurzen Steilstück des Hangs sind die Wege unterbrochen. Sollte es zu aufwendig sein, die Wege in die „Fußenden“ der Hänge zu graben, so kann man ohne Beeinträchtigung der Natur Stege entlang des Seenufers anlegen.
6. Neue Containerbauten am Seeufer
Ich verbeiße mir hier eine weitere Bemerkung. Jeder soll sich selbst davon überzeugen, wie man hier mit Millionenaufwand das idyllische Ufer mit unnützen Containern verschandelt hat. Hätte man wenigstens in einem der Container ein kleines geologisches Museum über den Vulkan von Sete Cidades untergebracht!
7. Santiagoseeblick und Weg zum Lagoa Rasa
Wenn man von Sete Cidades zum Vista do Rei hochfährt, kommt erst im Wald ein Aussichtspunkt, an dem alle halten: Ein schöner Blick hinunter auf den Santiagosee.
Niemand aber hält an einem noch schöneren Aussichtspunkt weiter oben: Ein umfassender Blick auf den gleichen See und dahinter die Caldeira von Sete Cidades. Und gleichzeitig beginnt hier ein Panoramaweg zum unbekannten Lagoa Rasa. – Leider ist der kleine Parkplatz direkt neben der Straße in einem miserablen Zustand. Meine Schreiben an die Behörden, hier ein Hinweisschild anzubringen und den Parkplatz für 2-3 PKW herzurichten, blieben ohne Antwort.
8. Vista do Rei
Der wunderbare Aussichtspunkt, mit der schönste der Azoren, wird von praktisch allen Touristen besucht. Selbst bei Nebel. Endlich hat man eine wohl provisorische Toilettenanlage hingestellt, die aber oft verschlossen ist. Aber sonst tut sich nichts. Nicht einmal die Hinweistafeln werden erneuert. Die scheußliche Hotelruine gammelt vor sich hin. Eine miserable Visitenkarte.
9. Öffnungszeiten der Höhenparks
Hier meine ich die außergewöhnlichen schönen Höhen-Parkanlagen „Lagoa do Canário“ und „Lagoas Empadadas“. Gewiss, an Nachmittagen stellt sich dort oft Nebel ein. Aber könnte man nicht die Öffnungszeiten an schönen Sonnentagen flexibel über 16 Uhr hinaus ausdehnen?
10. Ausschilderung von Rundwegen
Es gibt einige ausgeschilderte Wanderwege im Bereich der Caldeira. Aber sie alle haben einen Ausgangspunkt weitab vom Zielpunkt. Wie soll der Wanderer zu seinem abgestellten PKW zurückkommen? Möglichkeiten für Rundwege gibt es etliche. Aber da muss man sich ohne Markierung zurechtfinden.
11. Beschilderte Radwege fehlen
Zwar kann man in Sete Cidades Fahrräder ausleihen, doch ausgeschilderte Radwege gibt es so gut wie nicht. Dabei gibt es im Osthang der Caldeira Richtung Capelas und im Südhang Richtung Covoada ein dichtes Netz sehr schöner, gut asphaltierter landwirtschaftlicher Wege, die nur ausgeschildert werden müssten.
Nun, wer sich Gedanken macht, könnte diese Liste gewiss noch ergänzen. Schade, dass die zuständigen azorianischen Stellen in diesen Dingen scheinbar andere Ansichten haben.
hjh
