Die Entdeckung Deutschlands als Touristenquelle
Verfasst: 14.06.2012, 07:17
Wenn der Azorentourismusverband auf Touristensuche ging, so schien es mir in der Vergangenheit ohne besondere Grundlagenforschung zu geschehen.
• Wie groß ist das Einzugsgebiet?
• Wie hoch ist das Reisepotenzial mit Blick auf die Reisefreudigkeit der Bevölkerung?
• Sind die finanziellen Möglichkeiten der reisefreudigen Bevölkerung für eine nicht ganz billige Azorenreise gegeben?
Ich bin diesbezüglich Laie und kein Reisefachmann. Aber ich könnte mir denken, dass, wie geschehen, Versuche, in Irland oder Polen für die Azoren zu werben, derzeit ohne den gewünschten Erfolg bleiben werden. Mit den Skandinaviern hatte man vor Jahren eine Boomphase eingeleitet. Aber nachdem nun fast alle reisefreudigen Skandinavier die Azoren besucht haben, ebbt dieser Strom stark ab.
Die reisefreudigen Deutschen schien man lange zu vernachlässigen. Sukzessive baute man die Flugverbindungen aus. Seit Ende der 90er Jahre erstmals im Sommer Direktflüge der Sata, später für die Hochsaison auch Mittwochsflüge, seit diesem Jahr auch Sonntagsflüge ab Frankfurt von Februar bis November und zusätzlich Flüge via Porto zweimal wöchentlich ab München. Air Berlin hat dagegen von Anfang an den Ganzjahresflug gewagt: Im Sommer ab Düsseldorf, im Winter ab Nürnberg. Inwieweit diese Flüge von der Azorenregierung subventioniert werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Zusätzlich planen viele deutsche Azorentouristen auch einen Stopover in Lissabon ein. Auch Easyjet, die Gesellschaft hat ja in Lissabon ein Drehkreuz, hat anscheinend ein Auge auf die Azoren geworfen.
Dieser Tage hatte Azorenpräsident Carlos Cäsar den deutschen Botschafter Helmut Elfenkämper eingeladen, um mit ihm die Touristenfrage zu besprechen. Anschließend traf der Botschafter sich mit der Präsidentschaftskandidatin Berta Cabral.
Er meinte danach: „Die Azoren sind für viele Deutsche eine interessante Region. Da sie das ganze Jahr über eine Mischung aus gutem Wetter haben, bieten sie die Möglichkeit für Sport und die Nähe zur Natur.“
Das ist ja nun eine sehr allgemein gehaltene Feststellung, die nicht erkennen lässt, dass deie Deutschen entsprechend ihrer Bevölkerungsgröße hier unterrepräsentiert sind. Bleibt zu hoffen, dass die azorianische Tourismuswerbung weiterhin den gebildeten, gutbürgerlichen Touristen anspricht und nicht Krethi und Plethi als Bettenfüller und Kneipenbesucher sucht.
Die Zahl der Übernachtungen deutscher Touristen pro Jahr liegt bei über 80.000. Jährliche Steigerungen liegen in der Größenordnung von sechs Prozent, und im ersten Quartal dieses Jahres zählte man 11.280 Übernachtungen von Deutschen, das entspricht einer Steigerung von 51% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2011. Wie man diese Zahl berechnet, weiß ich nicht. Sind es nur Hotelübernachtungen? Ich glaube kaum, dass darin die nicht unerhebliche Übernachtungszahl in den zahlreichen Ferienhäusern inbegriffen ist.
hjh
• Wie groß ist das Einzugsgebiet?
• Wie hoch ist das Reisepotenzial mit Blick auf die Reisefreudigkeit der Bevölkerung?
• Sind die finanziellen Möglichkeiten der reisefreudigen Bevölkerung für eine nicht ganz billige Azorenreise gegeben?
Ich bin diesbezüglich Laie und kein Reisefachmann. Aber ich könnte mir denken, dass, wie geschehen, Versuche, in Irland oder Polen für die Azoren zu werben, derzeit ohne den gewünschten Erfolg bleiben werden. Mit den Skandinaviern hatte man vor Jahren eine Boomphase eingeleitet. Aber nachdem nun fast alle reisefreudigen Skandinavier die Azoren besucht haben, ebbt dieser Strom stark ab.
Die reisefreudigen Deutschen schien man lange zu vernachlässigen. Sukzessive baute man die Flugverbindungen aus. Seit Ende der 90er Jahre erstmals im Sommer Direktflüge der Sata, später für die Hochsaison auch Mittwochsflüge, seit diesem Jahr auch Sonntagsflüge ab Frankfurt von Februar bis November und zusätzlich Flüge via Porto zweimal wöchentlich ab München. Air Berlin hat dagegen von Anfang an den Ganzjahresflug gewagt: Im Sommer ab Düsseldorf, im Winter ab Nürnberg. Inwieweit diese Flüge von der Azorenregierung subventioniert werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Zusätzlich planen viele deutsche Azorentouristen auch einen Stopover in Lissabon ein. Auch Easyjet, die Gesellschaft hat ja in Lissabon ein Drehkreuz, hat anscheinend ein Auge auf die Azoren geworfen.
Dieser Tage hatte Azorenpräsident Carlos Cäsar den deutschen Botschafter Helmut Elfenkämper eingeladen, um mit ihm die Touristenfrage zu besprechen. Anschließend traf der Botschafter sich mit der Präsidentschaftskandidatin Berta Cabral.
Er meinte danach: „Die Azoren sind für viele Deutsche eine interessante Region. Da sie das ganze Jahr über eine Mischung aus gutem Wetter haben, bieten sie die Möglichkeit für Sport und die Nähe zur Natur.“
Das ist ja nun eine sehr allgemein gehaltene Feststellung, die nicht erkennen lässt, dass deie Deutschen entsprechend ihrer Bevölkerungsgröße hier unterrepräsentiert sind. Bleibt zu hoffen, dass die azorianische Tourismuswerbung weiterhin den gebildeten, gutbürgerlichen Touristen anspricht und nicht Krethi und Plethi als Bettenfüller und Kneipenbesucher sucht.
Die Zahl der Übernachtungen deutscher Touristen pro Jahr liegt bei über 80.000. Jährliche Steigerungen liegen in der Größenordnung von sechs Prozent, und im ersten Quartal dieses Jahres zählte man 11.280 Übernachtungen von Deutschen, das entspricht einer Steigerung von 51% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2011. Wie man diese Zahl berechnet, weiß ich nicht. Sind es nur Hotelübernachtungen? Ich glaube kaum, dass darin die nicht unerhebliche Übernachtungszahl in den zahlreichen Ferienhäusern inbegriffen ist.
hjh