Hallo Caroline,
hier meine sehr subjektiven Antworten:
Für zwei Wochen im Oktober würde ich euch
Sao Miguel und Santa Maria
ODER
Terceira und Graciosa
ODER
Flores und Corvo (mit zwei oder drei Tagen Stopover Sao Miguel)
ODER
das Triangulo (Faial, Sao Jorge, Pico)
empfehlen.
Sao Miguel ist zum Kennenlernen des „Azoren-Feelings“ durchaus (noch) geeignet, ist aber anders als alle anderen, ich sag mal touristisch am durchgestyltesten, moderne touristische Infrastruktur, Autobahnen, eine Großstadt …
Trotzdem mit traumhaften Wanderungen, von leicht bis schwitz, und den wundervollsten Blicken und Aussichten (Vista do Rei auf Sete Cidades, mein Lieblingsblick ist aber der vom Salto do Cavalo auf Furnas und Povoacao runter, ungezählte andere). Gut organisiertes Whale-Watching (Vila Franca), im Oktober dürfte da auch noch einiges zu sehen sein. Im Terra-Nostra-Park ists zauberhaft zum „lustwandeln“, samt anschließender Pökelung im Thermalbecken. Die größte der Azoreninseln hat halt auch das größte sowohl kommerzielle als auch nichtkommerzielle Angebot zu bieten. Und manchmal sogar, wie z.B. in der „Boca de Cena“ beim Theater in Ponta Delgada, sensationelles Essen.
In Santa Maria kann es dagegen schonmal tageweise passieren, dass ihr in keinem der nicht allzu vielen Restaurants frischen Fisch auf den Tisch kriegt. Weil die Fischer grad streiken oder ihren Fang en gros anderweitig verkauft haben z.B. Macht aber nix, bestes Rindfleisch diesseits von Kobe gibt’s da auch, wie auf allen Inseln, hungern muss man nirgends

)
Santa Maria als Kontrast- und Ergänzungsprogramm zu Sao Miguel fände ich gut. Ursprünglicher, wenn Du verstehst was ich meine. Wenn Ihr da wart versteht ihrs. Wenns Wetter mitspielt würd ich auf Santa Maria übrigens kein Auto nehmen, sondern Roller. Kommt man auch überall hin und macht mehr Spass. Und die Wandertour vom Pico Irgendwas (500m) runter zur Nordwestküste, mit evtl.em Zwischensprint durch eine bewohnte der tausend eingegatterten Kuhweiden

) am Schluss, ist mit zwei Rollern sogar logistisch einfacher als mit einem Auto.
Santa Maria ist übrigens, wie alle anderen Azoreninseln auch, von innen steiler als man es sich von außen vorstellt. Eigentlich geht’s immer bergauf, eher selten runter. Kann aber auch rein subjektiver Eindruck von mir sein.
Und Top 3 gibt’s nicht nur hier, zumindest subjektiv, auch nicht. Der Strand von Santa Barbara, klar, aber wie soll ich die Lachanfälle, die ich manchmal kriege, wenn mich eine glückliche Kuh besonders intelligent anglotzt da einordnen? Die Fast-Orgasmen beim Löcher ins Meer gucken? Alle sieben Wellen … Azoren sind nicht machen sondern sein.
Die Tipps oben von Roman sind alle gut und wichtig. Und auf dieser Webseite ist wohl mehr von den Azoren dargestellt als irgendwo sonst im Netz. Also einfach durchstöbern. Und seinen Rother- Wanderführer kaufen, den´s leider immer noch nicht elektrisch gibt. Und vor Urlaubsantritt schon Wanderungen aussuchen die passen würden, überlegen wie die logistisch gehen, und dabei vielleicht schon auch mal nach Busverbindungen bei One-Ways gucken, die Fahrpläne findet ihr auch auf dieser Seite oft leichter als dann vor Ort. Ausserdem könnt ihr fast alle Wanderungen hier schon mal fotografisch vorgucken (jeweilige Insel unter Ausflüge).
Wander- oder Trekkingschuhe sind ja sowieso Anschaffung fast fürs Leben, sollte man schon, und sind bei vielen der Azorenwanderungen auch tatsächlich m.E. ein Muss. Rund um den Furnas-Lagoa auf Sao Miguel oder den Gipfelkrater auf Graciosa (Top 1!) kommt man zwar auch mit Normalschuhen, auf den Pico rauf aber sicher nicht, naja, solls auch schon gegeben haben.
Ich denke man bekommt zwei Wochen zwei Personen auch für 3.500 hin, und wir hattens, ohne uns groß einzuschränken, auch schon günstiger. Wir haben immer so 100 € täglich Verpflegung/Sprit/Eintritte/Fahrkarten/Sonstiges als Richtschnur. Dazu ca. 500 € pro Woche Ferienwohnung, gibt auch billigere und teurere, 200 € pro Woche Auto, auch da geht’s manchmal günstiger, und Flug, wenn man nicht am Tag davor erst bucht pi mal Daumen 400 p.P., auch hier günstiger mit Billigflug nach Lissabon/Porto mit Übernachtung und dann einen Bingobomber nach Ponta Delgada oder Terceira.
SATA hat manchmal günstige Angebote ab LIS zu den kleineren Inseln, meist mit Tagesaufenthalt auf SMI, TER oder Faial. Ist aber Tagesformabhängig, zumindest ich hab da noch kein System hinter erkennen können. Manchmal ist bei denen z.B. der Flug Sao Miguel – Santa Maria teurer als Lissabon – Santa Maria (mit umsteigen Sao Miguel).
Kann aber auch Vabanque-Spiel werden. Wir sind schon für 220 p.P. MUC-LIS-Flores und zurück geflogen und hat geklappt. Ist aber auch schon schiefgegangen, z.B. als heuer im Mai ein Rückflug Graciosa über Terceira und Flores nach Lissabon wegen Schlechtwetter erst einen Tag später dort ankam, der woanders gebuchte Anschlussflug LIS-MUC natürlich weg war und wir diesen samt Zusatzübernachtung in Lissabon noch teuer auf die Schnelle nachkaufen mussten. Zwar ein von SATA vollfinanzierter Zusatzurlaubstag auf Faial, aber trotzdem dumm gelaufen.
Die Kombi Terceira – Graciosa ist ähnlich zu Sao Miguel – Santa Maria.
Terceira größer und mondäner, trotzdem ein Traum in grün und meerblau, mit vielen „verwunschenen“ oder reisewörterbuchisch „pittoresken“ Ecken und Winkeln. Mit einem fast mittelmeertauglich sandstrandigen Praia da Vitoria und einem quirligen und so azorischportugiesisch lebenslustigen Angra. Viel mehr zu entdecken als man meinen würde.
Und dann Graciosa, die „liebliche“ Insel. Mit Auto in einer Stunde rundum, aber dann fährt mans halt nochmal. Eintritt Thermalbad ein Euro. Inselrundfahrt mit Schlauchboot 30 Euro p.P., je nach Belegung. Unterwegs in der Regel Schildkröten- und Dolphinwatching ohne Aufpreis. Strand: ein halber, kiesig. Blick auf Sao Jorge täglich, auf Pico, Terceira und Faial ca. zweimal wöchentlich. Sehenswürdigkeiten: 4 oder 5 Kirchen, eine (wirklich imposante) Schwefelgrotte. Bewohner: Mit allen am zweiten Tag persönlich befreundet, außer dem einen mit seinem aufgetunten Opel Astra (fährt viermal täglich Luz – Santa Cruz, nicht zu überhören). Eine Süßspeise, die sich noch nach Wochen zur Befestigung locker sitzender Dübel eignet. Also kurz, Azoreninselgeilheitsindex: Bombe! Mit Flores meine Lieblingsinsel.
Was ich sagen möchte ist: Es ist ziemlich egal wo, auf welche Insel ihr beim ersten Mal hinfliegt. Schön sind alle, jede auf ihre Art, und jede hat ihre eigene. Macht nur nicht den Fehler, zuviel und möglichst alles „weg“sehen zu wollen. Sucht euch eine oder zwei Inseln aus, können durchaus auch die sein, bei denen der Flug grad am günstigsten ist, und lasst euch dann auf den Inselblues ein. Je offener die Augen, desto mehr wird’s zu entdecken geben.
Die gigantischen Wasserfälle mit der Westküstenwanderung auf Flores. TOP? Keine Ahnung. Wunderschön auf jeden Fall. Man kann auch mit dem Auto hinfahren (und unterwegs - psssst…, nicht weitersagen - die Karnickel im Hochland vor einem herjagen, macht Spass, is aber sicher irgendwie inkorrekt. Die hoppeln halt so drollig).
Die Caldeira Corvo. Zum ersten Mal reingucken. Bin ja wirklich kein Eso, aber wenns einen Kraftplatz gibt auf dieser Welt dann da. Wow. Ist das schön ey.
Der Pico. Von links, von rechts, von vorn, von hinten, seine Majestät thront über der Zentralgruppe, meist mit Mützchen, und alle braven Kinder schauen immer zu ihm auf und denken sich, da will ich oder würd ich gern rauf. Warum? Weil er halt da ist, der Kailasch, der portugiesische. Und weil man dann von oben allen zuwinken kann. Nicht mit Turnschuhen bitte!
Die Fajas von Sao Jorge …
Die Hortensienalleen auf Faial und Flores …
Die (leider z.T. gesperrten) Südküstenwanderungen auf Sao Miguel, das Salz der Meerluft, das Schilf …
Hach … warum nur macht mir mein PC grad so Bock auf Graciosakäse, eine Bica und ein Vierterl Picowein?
Schönen Urlaub wünsch ich!