Euro-Krise: Portugal

alles rund um die Azoren allgemein.
thermophil
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 06.04.2013, 11:32

Hallo und danke für Eure Anmerkungen.
Irgendwie habe ich den Eindruck, alle bisher bewährten Werkzeuge sind stumpf geworden. Mir fällt dazu der Vergleich zum "Rattenfänger zu Hameln" ein. Alles reden und jammern hat keine Wirkung. Der Rattenfänger zieht mit seiner Beute von dannen.
Ob die "ältere" Generation "extrem mißtrauisch" ist, wage ich zu bezweifeln. Es sind immer nur wenige Einzelne die mißtrauisch sind. Aber es werden täglich mehr, dafür sorgen unsere Po-litiker. :wink:

Wir sind in einer Zeit angekommen, wo alle Ökonomie-Schulbuch-Maßnahmen mehr und mehr versagen. Werfen wir z.B. ständig Geld ins Spiel (Politik der niedrigen Zinsen) funktioniert das eine kurze Zeit, um sich dann absehbar ins Gegenteil zu verkehren. Die Summen werden permanent utopischer.
Ziehen wir Geld aus dem Spiel (Sparprogramme), würgen wir den Motor ab.

Fakt aber ist: das Spiel ist aus, da es ja nur ein globales Pyramidenspiel ist. Wann und wie ein "Neustart" erfolgt weiß niemand. Was sich jetzt abspielt ist eine hoffnunglose Tragik-Komödie von Laiendarstellern, die den Zuschauern immer weniger gefällt.
Währungen die gestützt werden müssen, haben sich nicht be-währt, sind also keine. Die Ami´s hantieren da mit anderen Möglichkeiten. Sind gerissener und skrupelloser.
Der Euro ist nur noch mit einer politischen Union zu halten (eiserne Hand). Ich denke das war von Anfang an der Plan (sehr konspirativ, gell), die Nationalstaaten zurückzudrängen und abzubauen und nichtgewählte, konzerngesteuerte Kommisionen einzusetzen. Ein Freiland-Versuch. Wer die Veröffentlichungen versch. Thinktanks (BCG, CoR, ...) auch nur ansatzweise kennt und deren Umsetzung in der Realität nach und nach beobachtet, kommt um diesen Schluß nicht herum.
Ze hat geschrieben:Wählen darf nur wer Steuern zahlt, eine tolle Idee. Damit würde man fast die gesamte Oberschicht in Deutschland von den Wahlen ausschließen.
In der griechischen Demokratie war es tatsächlich so, daß die Stimmen nach bezahltem Geld bewertet wurden. Das waren aber Stadtstaaten (polis), die mit unseren heutigen Staaten kaum vergleichbar sind.
(Die "Bürger" waren übrigens bewaffnete "Freie", die die Demokratie verteidigen konnten, wenn es sein mußte. Heute sind die Bürger entwaffnet und zu Bürgen degradiert :evil: )

Aber @Ze im Umkehrschluß vielleicht doch eine gute Idee. Die Reichen würden sich möglicherweise darum reißen Steuern zu zahlen, damit sie eine gewichtige Stimme hätten. :D

Noch was aktuelles:
Nachdem Portugal in der laufenden Krise gerne als Musterschüler des Sparens herumgereicht wird, (war nicht Irland mal der Muster-Wachstumsschüler? :mrgreen: ) so stößt das auch so langsam an Grenzen.
Herber Rückschlag: Sparpaket in Portugal ist teils verfassungswidrig
Das Verfassungsgericht erklärte am Freitag Teile des Sparpakets in Portugal für unzulässig.

Vier von neun Maßnahmen aus dem Haushaltsentwurf sind dem Urteil zufolge verfassungswidrig, unter anderem die Senkung der Arbeitslosenhilfe und Abstriche beim Urlaubsgeld für Beamte.
...
http://www.format.at/articles/1314/931/ ... t-portugal

http://internacional.elpais.com/interna ... 17155.html
Schönes Wochenende und kalte Grüße (2 Grad, bedeckt, :cry: )
Wolfgang

Dieter Gosdzinsky
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von Dieter Gosdzinsky » 06.04.2013, 21:32

[color=#004040] wo alle Ökonomie-Schulbuch-Maßnahmen mehr und mehr versagen.[/color]

Na ich weiss nicht. Omas Grundregel war doch, Junge, Du kannst nicht mehr ausgeben als das, was Du im Beutel hast. Ist doch Ökonomie in der einfachsten Form, und funktioniert. Hat nur in den letzten 6 Dekaden niemand begriffen.

Dieter

Seit wann liest Du El Pais ?

thermophil
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 07.04.2013, 09:46

Dieter Gosdzinsky hat geschrieben:Na ich weiss nicht. Omas Grundregel war doch, Junge, Du kannst nicht mehr ausgeben als das, was Du im Beutel hast. Ist doch Ökonomie in der einfachsten Form, und funktioniert. Hat nur in den letzten 6 Dekaden niemand begriffen.
Moin Dieter, in der Tat war Oma´s Grundregel Okonomie mit einfachem Menschenverstand. Davon ist heute leider bei den meisten nur noch ein klitze-kleines Stück Restverstand vorhanden - wenn überhaupt.
Ich hätte präziser HOCHSCHUL-Lehrbuch schreiben sollen, wo dem Wirtschaftsgott Keynes gehuldigt wird. Leider haben dessen LEER-Werke wenig mit normalem Menschenverstand zu tun. Kredit ist dort das Universalheilmittel, das Manna für die Massen.
Mit Oma´s Grundregel hätten wir nie einen solchen (kreditgetriebenen) Aufschwung gesehen - aber auch keinen allzu brachialen Abriss des Finanzsystems. Obwohl: alle Papiergeldsysteme sind bisher gescheitert!

Dieter Gosdzinsky hat geschrieben:Seit wann liest Du El Pais ?
Seit 4. Mai 1976! :mrgreen:
Nein, Spaß beiseite. Einige Artikel bezogen sich auf "El Pais" als Quelle.

Schönen Sonntag
LG Wolfgang

Dieter Gosdzinsky
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von Dieter Gosdzinsky » 07.04.2013, 20:08

Sehr schön, dann hab ich hier einen link für Dich, der Dir evtl. gefallen könnte.

http://www.diariodeibiza.es/vida-y-esti ... 13284.html

Schöne Woche

Dieter

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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 07.04.2013, 20:50

Dieter Gosdzinsky hat geschrieben:Sehr schön, dann hab ich hier einen link für Dich, der Dir evtl. gefallen könnte.

http://www.diariodeibiza.es/vida-y-esti ... 13284.html

Schöne Woche

Dieter
Immer schön das Kleingedruckte lesen :wink: und auf etwaige Satirehinweise achten! :mrgreen:

Aber Du hast recht:"Nichts ist so schlecht, dass es nicht auch für etwas gut wäre!"
Nur: der Übergang wird schwierig und Vertrauen löst keine Probleme!

Dir auch eine schöne Woche

LG Wolfgang

PS: Heute der erste wirkliche frühlingshafte Tag bei uns. Gefühlte 20Grad (in der Mittagssonne)

thermophil
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 18.04.2013, 18:09

Auch weiterhin hört man leider nichts Gutes! :cry:

Email einer Potugiesin an einen Münchner Freund:
My dear friend,

I hope you´re all right. How is business in Munich?

In Portugal we are all dead.
This kind of political economy is killing us.

The old and important stores are closing one after another.
I don´t know where this is going, but one thing I know
I don´t want to be here to see this country disappear.

Even the buying and selling of silver and gold has stopped…imagine that!!!
Completely crazy!!

I´m really considering leaving Portugal, but were to?

You know me, I have the two little guys with me,
and I have to provide for them.

Even the education is being shut down on behalf of the state reduction of expenses…

Can you give me your opinion?

Hope to hear from you soon

xxx
Portugal’s elder statesman calls for 'Argentine-style' default
Portugal's leading elder statesman has called on the country to copy Argentina and default on its debt to avert economic collapse, a move that would lead to near certain ejection from the euro.
...
http://www.telegraph.co.uk/finance/fina ... fault.html
12.04.13 Portugal
Beamte müssen Klopapier selbst mitbringen

Die Ausgabensperre in Portugal hat groteske Folgen: Beamte müssen ihr eigenes Toilettenpapier mitbringen und Geld für das Betanken der Dienstwagen vorstrecken. Doch es gibt noch ernstere Auswirkungen.
Von Ute Müller
Die Sparanstrengungen des portugiesischen Finanzministers Vitor Gaspar treiben immer skurrilere Blüten. Auf manchen Amtsstuben müssen die Beamten jetzt neuerdings sogar ihr eigenes Toilettenpapier von Zuhause mitbringen und das Geld für das Betanken der Dienstfahrzeuge vorstrecken, meldet die portugiesische Tageszeitung "Diário de Noticas".
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article11 ... ingen.html

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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 13.05.2013, 07:56

Der Zwang zu Einsparungen geht weiter. Ob und in wie weit diese Maßnahmen fruchten, wird sich zeigen.
Eines ist jedoch klar (wie es auch immer war): Das Leiden beginnt weit unten, nicht bei den Verantwortlichen:
Portugal streicht 30'000 Beamtenstellen
Höhere Wochenarbeitszeit, höheres Pensionsalter und weniger Stellen: Die Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst müssen für Portugals Schulden bluten.
Das hoch verschuldete Euro-Land Portugal hat am Freitagabend ein weiteres Sparprogramm vorgestellt. Die Wochenarbeitszeit von Beamten soll von 35 auf 40 Stunden erhöht und 30'000 Stellen im öffentlichen Dienst sollen gestrichen werden.
...
http://www.20min.ch/finance/dossier/eur ... y/20257047
Das ist nun beschlossene Sache
Neues Sparpaket in Portugal: 30.000 Beamte müssen gehen

Portugal hat mit der Gläubiger-Troika eine Einigung über sein neues Sparprogramm erzielt und damit den Weg freigemacht für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche in Höhe von zwei Milliarden Euro.

Die Regierung in Portugal hat am Sonntag bei einer außerordentlichen Kabinettssitzung den Prüfbericht der Troika bestehend aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), gebilligt. Damit hat Ministerpräsident Pedro Passos Coelho eine drohende Koalitionskrise im Euro-Krisenland abgewendet.
...
http://www.format.at/articles/1320/931/ ... 000-beamte
... und dann droht auch schon wieder Ungemach aus anderer Richtung
Portugal droht neues Milliardenloch durch Verkehrsunternehmen
24.04.2013, 10:02 Uhr | AFP, t-online.de
Mitten in den Bemühungen um ein neues Sparpaket hat die Regierung in Portugal ein mögliches neues Milliardenloch entdeckt. "Hochspekulative" Verträge bei öffentlichen Verkehrsunternehmen könnten zu einem Verlust von drei Milliarden Euro führen, erklärte das Finanzministerium in Lissabon.
Der von Brüssel verordnete Schuldenabbau könnte für das Land, das seit zwei Jahren auf die Unterstützung der Europartner angewiesen ist, durch die neuen Entwicklungen noch schwieriger werden. Betroffen sind laut Medienberichten die Metro-Betreiber aus Lissabon und Porto sowie das Eisenbahnnetz Refer.
Finanzpapiere gegen Zinsschwankungen machen Probleme

Die Zeitung "Publico" berichtete, die eigentlich zur Absicherung gegen Zinsschwankungen gedachten Finanzpapiere* hätten die Zinsen für die öffentlichen Unternehmen um 20 Prozent in die Höhe getrieben. Nach eigenen Angaben bemüht sich die Regierung schon seit zwei Monaten in Verhandlungen mit den Banken, die Verluste für den Staat zu minimieren. Bis Ende der Woche sollten die Ergebnisse bekanntgegeben werden.
...
http://www.t-online.de/wirtschaft/schul ... ehmen.html
* CDS, MBS und andere transatlantisch-finanzpolitischen Giftspritzen

Die Zitronen werden gepresst, bis nichts mehr geht! :evil:

Dieter Gosdzinsky
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von Dieter Gosdzinsky » 18.05.2013, 11:24

Ja gut Thermophil.

[color=#000040]nicht bei den Verantwortlichen:[/color]


Was meinst Du, wer das wäre ?

Dieter

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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 19.05.2013, 08:00

Moin Dieter,

gute Frage! Meist formuliert man im Allgemeinen um etwas nicht zu ausschweifend zu kommunizieren. Verallgemeinerungen sind aber eben etwas nebulös und damit schwammig (die Schwarzarbeiter, die Urlauber, die Auswanderer,...).
Mit Verantwortung wird der Umstand bezeichnet, dass jemand gegenüber einer Instanz für sein Handeln Rechenschaft abzulegen hat. Das grenzt es ein wenig ein.
Auf einer tiefen Ebene betrachtet, hat das im Falle eines Falles (z.B. bei Fahrlässigkeit) sofort Konsequenzen, die evtl die Lebensexistenz gefährden.

Bei den "Lohnverhandlungen" wird der Begriff "Verantwortung" ja auch gerne als wertsteigerndes Instrument (nicht unbegründet) vorgebracht.

Je höher wir in der Hierachie jedoch steigen, desto unschärfer wird die vorgelagerte Instanz (z.B. AG-Chef gegenüber Aktionären).

Schauen wir nun in die Politik, so sehen wir Positionen von wichtigen Entscheidern mit Verantwortung gebenüber dem Volk. Und schon werden die ersten lächeln! Warum? Weil das sog. Verantwortung "übernehmen" bei Politikern (Verallgemeinerung) darin besteht, mit einer guten Altersversorge und einem netten Pöstchen bis dahin, abzutreten.
Ähnliches ist auch bei Bankern der oberen Spitzen (schon wieder so eine Verallgemeinerung :? ) zu beobachten.

Grob gesagt, stellt es sich für den "normalen Bürger" (also z.B. für mich) so dar, das viele Entscheider massive Fehlentscheidungen treffen, deren Verlauf oft (grob) vorhersehbar ist. Die Folgen werden aber aus bestimmten -meist nicht ersichtlichen Gründen- ignoriert und/oder schön geredet.
Dafür gibt es dutzende und aber-dutzende Beispiele (Nürburgring, Elbphilharmonie, Flughafen Berlin, WestLB, NordLB, ........ Euro). Leider sind diese unverantwortlichen Fehlentscheidungen in den letzten Jahren in den Kosten so ausgeufert, daß natürlich keine Einzelentscheider oder Gruppen von Entscheidern zur Haftung hergezogen werden können (to-big-to-fail) und der Schaden auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Alternativlos eben.

Sicher wäre D mit der DM auch nicht auf ewig eine Insel der Glückseligkeit gewesen. Es hätte halt etwas länger gedauert, bis die ein odere andere Landeswährung zu ihrem inneren Wert, nämlich Null zurückgekehrt wäre. Mittlerweile sind aber mehr als die Hälfte der EURO-Länderbankrott. Und wo wird eingespart?
(Nein, ich rege mich nicht auf! Ich beobachte das wahnsinnige Treiben. :? )

Schöne Pfingsten (14 Grad, regnerisch)
Gruß Wolfgang

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Dieter Gosdzinsky
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von Dieter Gosdzinsky » 19.05.2013, 08:29

Ja natürlich, alles richtig und schon wieder hab ich eine Frage:

Wenn Du das erkennst und ich und ein paar andere, weshalb erkennen das dann die Entscheidungsträger nicht ?

Wenn die das nicht erkennen, ist das sehr schlimm, dann wird das Staatswesen von von Ignoranten geleitet.
Das ist gut möglich, liegt an der Staatsform, jeder Wähler eine gleichgewichtete Stimme, ergibt proportional zum Durchschnitts-IQ der Bevölkerung den Durchschnitts-IQ der Entscheidungsträger.

Oder wissen die das ? Das ist aber auch sehr schlimm. Dann sind es vorsätzliche Betrüger.

Ich weiss gar nicht, ob es in feudalen Systemen wesentlich anders zugeht.

Und dann regen die sich über Leute auf, die ihre Moneten vor dem raffgierígen Fiskus verstecken.

Auch schöne Pfingsten, ist hier ein Tag wie jeder andere, morgen wieder Karren ziehen.

Sehr windig, ziemlich schwere See, aber ganz blauer Himmel, Temp. z.Zt. im Schatten auf der Nord-Terrasse 17,2 ° C.

Dieter

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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 19.05.2013, 12:29

Hallo Dieter, schön, daß ich hier in dem Strang nicht vereinsame! :D

Ich denke die meisten der auf der öffentlichen Entscheidungsträger wissen sehr wohl mehr, als sie preisgeben. Fast alle sind hervorragende Rhetoriker. In meinen Augen perfekte Schauspieler. Das ist ihr wirklicher Beruf.

Frank Zappa sagte mal vor langer Zeit: "Politik ist die Entertainment-Abteilung" der Konzerne." Eisenhower warnte in seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961 ausdrücklich vor den Verflechtungen und Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes. Vergeblich! Heute hat nicht nur die Rüstungsindustrie großen Anteil am Sagen, auch andere Sparten (Energie, Pharma, Chemie, ...) mischen m.M. nach nicht nur mit, sondern sagen wo´s lang geht. Bei solchen Stichworten schalten die meisten Unbedarften schon um/ab (VT-Framing). Wer hinter allem (Großen) eine Agenda vermutet ist vollends reif für eine Büttenrede oder gar die Klapse.

Aber macht die Denkrichtung nicht Sinn?

Zu unterstellen, alle "Führungskräfte" wären einfach nur dumm, greift zu kurz. Das sind oftmal intelligente, aus der Masse herrvorragende Menschen mit sehr großem Ego. Die folgen eben hintergründig nur ihrem Ego (Macht & Geld). Andere wiederrum sind nicht mit reichlich IQ gesegnet, aber skrupellos, gerisssen und käuflich. Nützliche Idioten. In einer dritte Sparte sehe ich die Psychopathen, die reichlich von allen Negativ-Punkten in sich vereinen und dazu noch hochintelligent sind (allein der IQ ist halt wenig aussagefähig, wie sich ein Mensch verhält!).
Diese Psychopathen schaffen es in die höchsten Ebenen. (Stichwort "Politische Ponerologie")
"Vorsätzliche Betrüger" ist dabei eine mehr als charmante Untertreibung.

Mich interessiert eben genau auch Deine Frage "Wie kann das sein, wenn ein >Normalo< das sieht?" Und wenn wir Einzelnen daran auch nichts ändern können, dann will ich das "Warum" verstehen. Wie im richtigen Leben ist es dann so, daß eine Antwort zwei weitere Fragen aufwirft und einen kleinen Blick auf die komplexen Dimensionen zulassen. Wo führt das alles hin und was ist dabei die Rolle des Einzelnen?

Der Mensch ist wahrlich schon eine besondere Spezies! :twisted:

Wenden wir uns also wieder den liebenswerten Kleinigkeiten zu.
Auch wenn es hier mittlerweile regnet, gehe ich gleich mal in den Garten ein paar Kräuter zupfen. 17Grad bei euch ist ja auch nicht der Brüller. Aber wir befinden uns halt auf dem Weg in eine kleine Eiszeit!

(PS: Was für einen Karren mußt Du ziehen?)

Gruß Wolfgang
Lissabons Busfahrer gründen Lebensmittelbank – für sich selbst
Mai18 von Uhupardo
In dem Abstellraum gleich neben der grossen Busgarage in Lissabon liegen Würstchendosen neben den Milch-Bricks. Makkaroni, Bohnen, Kekse, Toilettenpapier, Spülmittel – eine Menge von Produkten für den täglichen Gebrauch finden sich hier. Seit Monaten schon horten und spenden die Bus- und Strassenbahnfahrer der portugiesischen Hauptstadt, aber nicht für irgendeine Armenorganisation oder die Nachbarschaft sondern für sich selbst. Für diejenigen Kollegen, die trotz ihres Vollzeitarbeitsplatzes am Monatsende Hunger leiden.

Mehrfache Gehaltskürzungen haben vor allem die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst in die Misere getrieben. Zusammen mit den Steuererhöhungen und anderen Steichungen und Kürzungen der konservativen Regierung von Pedro Passos Coelho hatdasdafür gesorgt, dass viele Bus- und Strassenbahnfahrer mit dem Entgeld für ihre 40 Wochenarbeitsstunden nicht mehr bis zum Monatsende kommen. Von der Mittelklasse in die Misereklasse in weniger als eineinhalb Jahren. Ein Beispiel dafür ist der 38-jährige Evarista. 2011 hatte er noch 1.100 Euro für seine Vollzeitstelle bekommen, jetzt sind es keine 800 mehr.
...
https://uhupardo.wordpress.com/2013/05/ ... ch-selbst/

Dieter Gosdzinsky
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von Dieter Gosdzinsky » 20.05.2013, 12:10

Wenden wir uns also wieder den liebenswerten Kleinigkeiten zu.
Auch wenn es hier mittlerweile regnet, gehe ich gleich mal in den Garten ein paar Kräuter zupfen. 17Grad bei euch ist ja auch nicht der Brüller. Aber wir befinden uns halt auf dem Weg in eine kleine Eiszeit!

(PS: Was für einen Karren mußt Du ziehen?)


Was zupft Du denn da ?

Wettermäßig sind wir zurück. Die Alfa sagte gestern: "So einen kalten Mai hatten wir noch nie." Na ja die Jahre, die Erinnerung.
Waren gestern Strandtreten, wegen der Durchblutung. Hohe Wellen, nasse Hosen, Wasser aber angenehm.

Ja, der Karren. [b]Muß[/b] ist nicht mehr nach 60 Jahren Beiträge zahlen, für dieses Leben und das nächste.. Ich tu's für die Nachfolger, die Weicheiergeneration. Also, ein Blick in den Karren, ein Kangoo in meinem Fall: Eine Wasserpumpenzange, Engländer, ein Satz Schlüssel, ein Multimeter, ein Köfferchen mit Kneifzange und Schraubendreher, Teflonband, Isolierband, Lüsterklemmen, und noch mehr, es ist gerammelt voll.

Dieter

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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von thermophil » 01.06.2013, 07:23

Dieter Gosdzinsky hat geschrieben:Was zupft Du denn da ?
Alles was ich im Garten finde und essbar ist, also z.B. Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennessel, Spitzwegerich, Erdbeerblätter, Brombeerblätter, Girsch, uva. Das ganze wird dann zusammen mit frischem Obst im Mixer zu einem sog. "Smoothie" verarbeitet. Letztens kam auf ARD ein sehenswerter Beitrag zu Ernährung und Bewegung:
http://mediathek.rbb-online.de/rbb-fern ... d=14931720
Dieter Gosdzinsky hat geschrieben:Ja, der Karren. Muß ist nicht mehr nach 60 Jahren Beiträge zahlen, für dieses Leben und das nächste.. Ich tu's für die Nachfolger, die Weicheiergeneration. Also, ein Blick in den Karren, ein Kangoo in meinem Fall: Eine Wasserpumpenzange, Engländer, ein Satz Schlüssel, ein Multimeter, ein Köfferchen mit Kneifzange und Schraubendreher, Teflonband, Isolierband, Lüsterklemmen, und noch mehr, es ist gerammelt voll.Dieter
Na, dann wirst Du ja demnächst viel Arbeit bekommen, wenn die jungen, gutausgebildeten, fleißigen, aber arbeitlosen spanischen Facharbeiter von der Laien-Arbeitministerin nach Täuscheland abgeworben werden!! :lol:

Ob die hier dann hier glücklich werden ist fraglich! Denn der Riss durch die €uroz-zone wird immer tiefer. Bei uns gibt es jetzt die AfD, die öffentlich über die Entwicklung des €uroz debattiert, in P scheint nun die Diskussion auch losgetreten zu sein (steht sogar in der "Welt!!! :shock: ):
30.05.13 Wirtschaftskrise

Portugiesen finden Gefallen am Euro-Ausstieg

Portugal gehört zu den Gründungsmitgliedern des Euro, der Rückhalt der Bürger ist groß. Doch je länger die Krise dauert, desto größer wird der Unmut. Ein Ökonom befeuert die Ausstiegsfantasien.
Von Patricia Kowsmann und Marcus Walker, WSJ.de

Einem portugiesischen Ökonomen ist mit einem Buch eine kleine Meisterleistung gelungen. Im April brachte er sein Werk heraus und sprang damit umgehend auf Platz eins der Bestsellerliste – vorbei an mehreren Diät-Ratgebern und sogar am Erotikroman "Fifty Shades of Grey".

João Ferreira do Amaral hat mit seinem Buch "Porque Devemus Sair do Euro" (Warum wir den Euro verlassen sollten) eine öffentliche Debatte über die wahren Gründe der wirtschaftlichen Malaise des Landes losgetreten: Ist es nur die verhasste Sparpolitik, zu der sich Portugal im Gegenzug für Hilfskredite der Euro-Partner verpflichtet hat? Oder ist der Euro selbst Schuld an der Talfahrt?

Seit kurzem wird in öffentlichen Vorträgen, Fernsehdebatten, Zeitungskolumnen und auch von einigen Politikern eine Frage diskutiert, die bis dahin Universitäts-Seminaren vorbehalten war: Hat Portugal innerhalb des Euros eine realistische Aussicht auf eine Erholung?
...
http://www.welt.de/wall-street-journal/ ... stieg.html
So, 9h/14C/Regen in Täuscheland, Zeit, am 1.Juni, den Ofen anzuheizen!!!!! :? :?
Schönes WE
LG Wolfgang

smueller
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von smueller » 03.06.2013, 07:46

Das Wahlplakat kenne ich auch. Das fast doch alles meiner Meinung nach gut zusammen. Es wird von den Politikern doch immer alles versprochen und nichts eingehalten. Und Ausgeben können sie doch alle damit sie wiedergewählt werden. Was nach der Amtszeit kommt ist denen doch allen egal. Das ist zumindest mein Eindruck des ganzen. grüße

Azorenreise
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Re: Euro-Krise: Portugal

Beitrag von Azorenreise » 14.07.2013, 00:50

Hi, ja das Plakat bringt irgendwie alles auf einen Punkt. Es werden Versprechen abgegeben, die niemals eingehalten werden können. Danach will aber keiner mehr Schuld sein. Politiker kümmern sich heutzutage noch weniger um das Volk als früher. Grüße

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