Reif für die Insel? (und neu hier)

Fragen und Antworten zum ersten und vielleicht auch wiederholten Urlaub oder Aufenthalt auf den Azoren
thermophil
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Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von thermophil » 06.05.2012, 11:25

Einen schönen guten Tag und ein herzliches "Hallo" an alle!

Habe hier im Forum schon viel wissenswertes und informatives über die Azoren lesen können.
Selbst war ich leider noch nicht dort, ist aber in Planung. Evtl. dann im nächsten Frühjahr/Sommer.

Dieses Jahr über Ostern waren wir (meine Frau und ich) auf Madeira.
Ich wollte diese Insel schon längst mal in Augenschein nehmen, auch unter dem Aspekt, dass wir uns dort irgendwann mal niederlassen könnten.

Unter gleichem Gesichtspunkt wollen wir auch die Azoren besuchen, was sich ja wohl etwas aufwendiger gestaltet aufgrund der Anzahl der Inseln. :D

Sao Miguel erscheint mir (aus der Ferne) am geeignetsten, da nicht zu klein mit guter Infrastruktur, usw.
Aber bei Nacht sind ja bekanntlich alle Katzen grau.
Also erstmal hier weiterstudieren und mitlesen.

Selbstverständlich bin ich für alle Hinweise, Tipps, Erfahrungen, Berichte und Kontakte dankbar.
Wer ein paar online-Adressen von Maklern hat, gerne.
Nicht, dass ich gleich was kaufen wollte, nein, mehr um mal zu sehen, wie der Markt dort aussieht und sich bewegt.

Noch was zum Wetter: Man liest ja häufig vom "wechselhaften Wetter" der Azoren und dass "manche Ecken" ständig im Nebel liegen!!
Wie ich hier im Forum gelesen habe, stimmt das ja so nicht.
Was mich interessiert, in wie weit müßte ich die Lage unseres "Wohnsitzes in spe" beachten.
Grundsätzlich nur Südküste, oder "nur nicht zu hoch". Vielleicht einige Bemerkungen dazu von den dort Seßhaften!

Einen schönen Sonntag
wünscht
Wolfgang

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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von Roman » 06.05.2012, 15:17

Servus.

am besten, zu jeder Jahreszeit einmal an dem ausgespähten neuen Wohnort sein. Im Winter mindestens einige Wochen am Stück. So lässt sich das Vort Ort empfundene Klima am jeweiligen Ort am besten auskundschaften. Die baulichen Mängel der Immobilie, vom feuchten Boden angefangen über einen immerwährend modrigen geruch in den Räumen bis hin zu Schwitzwasser oder ähnlichen Unwegbarkeiten werden sich eh erst im Laufe der Monate ausfindig machen können, denn es wird nahezu unmöglich weil unüblich sein, das potentielle Objekt vorher ein Jahr lang zur Miete zu bewohnen.

Links gibt es hier: http://www.azoren-online.com/azoren/ser ... ndex.shtml. Maklerpreise sind oft ungerechtfertigt hoch und vor Ort lässt sich anderes finden. Generell sind die Preise aber längst nicht mehr auf dem Schnäppchenniveau von vor 10 Jahren.

Wenn ihr euch niederlassen wollt, denkt auch an euch. Sprich: Infrasturktur, Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, öffentliche Mobilität etc. Es bringt euch nichts am billigen Traumstrand ein bebaubares Grundstück für billiges Geld zu finden, wenn ihr alles bis hin zum Möbel auf die Insel importieren müsst oder ihr zwangsläufig auf den zeitrhythmus oder das Wohlwollen eines einzigen betriebs auf der Insel angewiesen seid, weil es schlicht keinen zweiten der Sparte gibt. Ihr müsst evtl noch euren Lebensunterhalt bestreiten. Wie wollt ihr das tun ?! Allein vom Vermieten eines Objekts auf dem Grundstück wird man nicht reich, denn die Konkurrenz ist zunehmend groß und die Saison kurz. Seid ihr älter kommen gesundheitliche Probleme evtl. dazu und ihr seid nicht aufs beste beraten, auf einer kleinen Insel solange warten zu müssen, bis der Facharzt alle paar Monate mal vorbeikommt und ihr im Zweifelsfall nach Deutschland müsst oder mit dem heli in die Klinik. Den bezahlt die deutsche Krankenkasse nämlich nicht. Nur die ärztliche Behandlung, sofern ihr weiterhin in D versichert bleiben wollt.

Aber das wichtigste ist und bleibt: lebt lange genug im voraus auf der Insel, bevor ihr kauft!

Gruß, Roman.
Nicht vergessen: der ROTHER WANDERFÜHRER AZOREN 2024 - 105 Touren, aktuell recherchiert in der gewohnten Rother-Qualität !!
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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von thermophil » 06.05.2012, 16:55

Servus Roman,
ist schon richtig. Man muß es erleben, erfühlen.
Vielleicht klappt es ja über Weihnachten für einen ersten Besuch, mal schauen. Die Planung ist auch eher mittelfristig und somit
ist das ja eh nur eine vorläufige, theoretische Betrachtung, vor allem was Immoblilien betrifft.
Infos sammeln schadet ja nicht und es ist mir auch klar, daß die Internet-Makler teils Phantasiepreise verlangen. Man bekommt aber zumindest mal einen Eindruck über das Angebot und sieht auch in welche Richtung sich tendenziell die Preise bewegen.
Mit den entspr. "Vorkenntnissen" läßt sich dann aber der Blick besser fokusieren.

Wie erwähnt im Eingangsposting erwähnt, lege ich ja auch Wert auf eine nahegelegene Infrastruktur. Eine schöne Umgebung, ein Häuschen mit Grundstück zum Anpflanzen, etwas mehr Lebensqualität und weniger Hektik im Umfeld, dazu noch etwas mildere Temperaturen, das wären unsere Vorstellungen.

Grundsätzlich sind Inseln wohl immer etwas teurer in einigen Dingen (speziell das, was an Konsumartikeln per Schiff angeliefert wird). Wie sich die Lebenshaltungskosten grob zusammensetzen, das kann sicher der ein oder andere Resident berichten.

Danke auch für die Link-Seite. Da hab ich ja geballten Lesestoff für die nächste Zeit.

Schönen abend noch und Gruß aus dem verregnteten D-land (12 Grad mit Hageleinlage!! :cry: )
Wolfgang

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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von Roman » 06.05.2012, 17:20

Servus.
ich denke, die Temperaturen sind bei ordentlicher Baugrundlage nicht das Thema. Es wird ja im Winterhalbjahr nicht unmenschlich kalt in den Siedlungsgebieten - natürlich hats auf dem Pico und anderen Höhenlagen auch Schnee. Das Problem ist eher anderer Art. Die Feuchtigkeit, die ins Hausinnere dringt kann ganz schön zu schaffen machen. Zentralheizungen sind absolut unüblich, für moderne Zusatzheizungen mit Solartechnik findet man keinen Handwerksbetrieb mit Kenntnissen und erst recht keine Ersatzteile und Heizen mit Gasflaschen ist teuer. Da hüllt man sich lieber in eine Decke und wartet bis es besser wird. Das kann bei der einen Immobilie als unaushaltbar empfunden werden und bei anderen moderneren Bauten die alles menschenmögliche beachten schon besser - aber ganz lässt sich dieser Effekt auch mit durchlaufenden Lufttrocknern nicht immer vermeiden und wer da anfällig ist, sollte besser einen anderen Platz der Welt auswählen.
Die Preise für den Lebensunterhalt sind durchaus lebenswert. Man bekommt mit genügend Menschen- und Lokalkenntnis doch sehr viel aus jedem Dorf doch man muss sich natürlich auch beschränken können. Wer also von dem was das Feld hergibt zufrieden ist und mehrmals die Woche Kartoffeln auf den Herd bringt lebt recht billig. Wer nur Importware möchte, muss den Aufpreis für Containertransporte zahlen wie überall. Auch was die Immobilien angeht, so ist das recht ähnlich. Ein Grundstück mit reparaturbedürftigem Haus darauf für unter 50.000 heißt zwangsläufig zusätzliche Kosten für Bauträger. Die sind mittlerweile auch nicht mehr billig und die Qualität recht wechselhaft. Der schlechte Ruf aller südlichen Länder schlägt sich auch auf den Azoren nieder. Es ist besser, den Handwerkern auf die Hände zu sehen. Man wird aber kein Haus für 10.000 Euro zusätzlich so instandsetzen können, dass man mitteleuropäische Standards erreicht. deshalb ist es für einen Wechsel des lebensmittelpunkts unabdungbar, im voraus lieber etwas geld in eine Dauermiete eines Appartments zu stecken bevor man kauft, als im nachhinein eine Immobilie an der Hand zu kaufen, die man möglichst schnell wieder los werden will um sich an anderer Stelle der Welt wieder niederzulassen.
Die beste Infrastruktur findet ihr sicher auf Sao Miguel und Terceira. Am billigsten kommt ihr auf den kleinen Inseln davon. Ihr findet her im Forum Mitleser von fast jeder Insel, die allesamt schon einmal vor derselben Entscheidung standen.
Gruß, Roman.
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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von Wolfgang » 06.05.2012, 18:49

"Da hüllt man sich lieber in eine Decke und wartet bis es besser wird" Warum ?
Wir haben Infrarotheizplatten installiert, auch zur Reduzierung der Feuchtigkeit und sind damit sehr zufrieden. Keine Handwerker erforderlich! Stecker in die Steckdose, fertig !
Gruß aus Santa Maria
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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von thermophil » 06.05.2012, 19:03

Servus.
ich denke, die Temperaturen sind bei ordentlicher Baugrundlage nicht das Thema. Es wird ja im Winterhalbjahr nicht unmenschlich kalt in den Siedlungsgebieten - natürlich hats auf dem Pico und anderen Höhenlagen auch Schnee.
Was mich in D mit zunehmender Tendenz stört, sind die kurzen Sommer. Kaum hat dieser begonnen, ist schon wieder Herbst. Herbst und Frühjahr zu oft Temperaturen zw. 0 und 10 Grad. Die könnten für mich komplett fehlen - ich würde sie nicht vermissen. Dann schon lieber knackig kalt, aber trocken!
Das Problem ist eher anderer Art. Die Feuchtigkeit, die ins Hausinnere dringt kann ganz schön zu schaffen machen. Zentralheizungen sind absolut unüblich, für moderne Zusatzheizungen mit Solartechnik findet man keinen Handwerksbetrieb mit Kenntnissen und erst recht keine Ersatzteile und Heizen mit Gasflaschen ist teuer. Da hüllt man sich lieber in eine Decke und wartet bis es besser wird. Das kann bei der einen Immobilie als unaushaltbar empfunden werden und bei anderen moderneren Bauten die alles menschenmögliche beachten schon besser - aber ganz lässt sich dieser Effekt auch mit durchlaufenden Lufttrocknern nicht immer vermeiden und wer da anfällig ist, sollte besser einen anderen Platz der Welt auswählen.
Ja, wenn sich alles klamm anfühlt, sehr unangenehm. Solartechnik sollte in solchen Lagen zwar usus sein, fristet komischerweise in vielen Südländern ein Nischendasein. Wenn´s sowas dort nicht gibt, würde ich es halt im Container mitbringen. Handwerklich könnte ich da das ein oder andere selbst bewerkstelligen. Wobei man auch einige Sachen im Eigenbau erledigen kann (z.B. Luft-Luft-Kollektor). Wie sieht es denn mit Holz auf der Insel aus? Ich meine damit sowohl Bauholz, als auch Brennholz. Ok, kleinen Ofen müßte ich dann wohl auch mitbringen! :wink: Ich merke schon, der Container beginnt sich zu füllen! :roll: Natürlich führt, wie Du richtig bemerkst, kein Weg an einem "Probewohnen" und "Klima-Verträglichkeitstest" vorbei. Aber darauf arbeiten wir ja hin.
Die Preise für den Lebensunterhalt sind durchaus lebenswert. Man bekommt mit genügend Menschen- und Lokalkenntnis doch sehr viel aus jedem Dorf doch man muss sich natürlich auch beschränken können. Wer also von dem was das Feld hergibt zufrieden ist und mehrmals die Woche Kartoffeln auf den Herd bringt lebt recht billig. Wer nur Importware möchte, muss den Aufpreis für Containertransporte zahlen wie überall.
Lokalkenntnisse müssen wir uns dann aneignen, und erstrecht Sprachkenntnisse.
Schaue gerade bei uns im Ort wer portugiesich anbietet. Wobei ich jetzt noch nicht mal weiß, ob es für den Anfang auch brasil. Portug. tun würde? Oder bringt das nix?
Auch was die Immobilien angeht, so ist das recht ähnlich. Ein Grundstück mit reparaturbedürftigem Haus darauf für unter 50.000 heißt zwangsläufig zusätzliche Kosten für Bauträger. Die sind mittlerweile auch nicht mehr billig und die Qualität recht wechselhaft. Der schlechte Ruf aller südlichen Länder schlägt sich auch auf den Azoren nieder. Es ist besser, den Handwerkern auf die Hände zu sehen. Man wird aber kein Haus für 10.000 Euro zusätzlich so instandsetzen können, dass man mitteleuropäische Standards erreicht. deshalb ist es für einen Wechsel des lebensmittelpunkts unabdungbar, im voraus lieber etwas geld in eine Dauermiete eines Appartments zu stecken bevor man kauft, als im nachhinein eine Immobilie an der Hand zu kaufen, die man möglichst schnell wieder los werden will um sich an anderer Stelle der Welt wieder niederzulassen.
Stimme ich Dir absolut zu. Steht ja auch weit hinten auf der Liste, möchte nur vorab den Markt kennenlernen und ein wenig im Auge behalten.
Die beste Infrastruktur findet ihr sicher auf Sao Miguel und Terceira.
Sao Miguel deckt sich dann ja mit meiner Ferndiagnose. :D
Am billigsten kommt ihr auf den kleinen Inseln davon.
Aussteiger kommen da wahrscheinlich auf ihre Kosten. Aber zu klein soll´s auch nicht sein, sonst führt das vielleicht schnell zum "Inselkoller".
Ihr findet her im Forum Mitleser von fast jeder Insel, die allesamt schon einmal vor derselben Entscheidung standen.
Gruß, Roman.
Schön, wenn ihr uns etwas daran teilhaben laßt. Das finde ich das geniale am Internet.

Ganz großen Dank für Deine Einschätzungen und Infos und dass es dieses Forum hier gibt!

Lieben Gruß
Wolfgang

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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von Roman » 06.05.2012, 19:18

Nun, vielleicht heizen viele ja auch nicht, weil es Geld kostet das man nicht hat oder bereit ist auszugeben ?! Warum wohl gibt es in den vielen typischen Azorenhäusern nur einen Raum mit Ofen. Ich spreche hier nicht von den modernen Prachtbauten die sich viele Amerikarückkehrer in den letzten Jahren geleistet haben und an deren Äußerem schon von weitem erkennt, ob der Eigentümer jemals die Insel verlassen hat oder nicht.


Mit Solartechnik lässt sich viel tun. Strom, Warmwasser, Fußbodenheizung etc. Das was in Mitteleuropa in den letzten jahren so als energetische verbesserungen der Häuser auf den Markt kam funktiniert auch auf den Azoren. Man findet nur sehr wenig, sprich: man muss alles selbst für teures Geld importieren und man findet natürlich auch kaum das dazugehörige Wissen. Vorallem fehlt es an Erfahrung mit den geräten in rauem Meerwasserumfeld. da es wenn die Sonne scheint auch im Winter recht schnuckelig sein kann wäre eine solchige Investition im guten fünfstelligen bereich sicher eine bereicherung für ein Haus mit deutschem Maßstab in Sachen Wohnkomfort. Aber man muss sich darauf einstellen, da selbst Spezialist drin zu werden. Es wird noch eine Weile dauern, bis die neuen staatlichen Vorgaben in Portugal in Sachen Mindestanteil regenerativer Energien sich auch im Fachhandel und Handwerk niederschlagen.
Anonsten hilft nur ein kleiner Bollerofen wie ihn viele haben oder eine Gasheizung für einen raum. Da freut sich dann der örtliche Gasflaschenhändler.

Dass ihr Portugiesisch könnt bzw lernt ist unabdingbar. Auf einigen Inseln gibt es Einwandererkurse, oft umsonst. Ohne Portugiesisch aber kommt ihr nicht weit. Als Einwanderer ist man, insbesondere wenn man geschäftlich tätig ist, ohnehin oft außen vor. Ihr müsst aber das wichtigste im Leben, Gemeindeverwaltung, telefon, Stromanbieter, bank etc. selbst erledigen können. Wenn ihr Vorwissen mitbringt hilfts. Ansonsten benötigt ihr Hilfe Dritter. Das kostet meist wieder, zumindest auf Dauer. Mit brasilianischem Portugiesisch kommt ihr auch grundsätzlich weiter. Grammatik und einzelne Worte unterscheiden sich, aber nicht grundsätzlich.

Gruß, Roman.
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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von thermophil » 06.05.2012, 19:23

@Wolfgang
"Da hüllt man sich lieber in eine Decke und wartet bis es besser wird" Warum ?
Wir haben Infrarotheizplatten installiert, auch zur Reduzierung der Feuchtigkeit und sind damit sehr zufrieden. Keine Handwerker erforderlich! Stecker in die Steckdose, fertig !
Gruß aus Santa Maria
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Hallo Namensvetter! :wink: Eine solche Heizplatte habe ich letzten Herbst in die Küche gehängt, weil morgens in der Früh die Heizung noch nicht die Raumluft erwärmt hat. Sehr, sehr angenehm diese Strahlungswärme! Die meisten denken zwar zuerst an Energieverschwendung (Heizen mit Strom ist die teuerste Methode), stimmt aber nicht unbedingt. Es gibt, was die Infrarotstrahler betrifft, eine wissenschaftliche Untersuchung der Uni Kaiserslautern, die das Gegenteil beweist.
Auf alle Fälle sind wir nun schon ZWEI, die damit gute Erfahrungen gemacht haben! :mrgreen:

LG
Wolfgang

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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von antonsd » 06.05.2012, 20:47

Hallo,

ich will mich bezüglich des "zu heizen" mal einmischen.
Nun hatte ich vor 7 Jahren 2 kleine Wärmepumpen mit gebracht, welche mir über die "Kühlen Monate" nicht nur Wärme sondern auch etwas trockene Luft bescherten. Aber auch eine unangenehme Stromrechnung.
Ca 50,-€ musste ich Monatlich kalkulieren. Daher habe ich mir dann 2 Jahre später, einen kleinen "Werkstattofen" in die Wohnung gestellt habe. Den Stellplatz und das Ofenrohr, günstig gewählt, heize ich nun schon 4 Jahre das ganze Haus nur mit Holz. Meist ist Feuer nur am Abend nötig, tagsüber ist es ja selten kalt. Das Brenholz finde ich eigentlich überall am Wegesrand. Die Einheimischen haben keine Verwendung und lassen es einfach liegen.
So heize ich gut und fast "umsonst" denn ich muss es ja heim bringen sägen und spalten.
Es gibt aber auch schon ein "Findiger" Einheimischer, der mir für 40,- einen kleinen LKW voll, geschnitten und gespalten direkt vor das Haus liefert.
(gute Idee)
Dies oder ähnliche Öfen gibt es auch mittlerweile schon hier zu kaufen.

Manche lernen eben schneller!!

Grüße und gutes gelingen!
antonsd (23,1° leicht bewölkt und Regen am Abend)
Meine Homepage mit WebCam von Piedade/Pico.
http://www.holiday-on-pico.com
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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von thermophil » 06.05.2012, 21:14

Das Brenholz finde ich eigentlich überall am Wegesrand.
Das ist natürlich besonders günstig und damit konkurrenzlos! :P Aber gut zu wissen, dass es das gibt!

Es ist sowieso m.E. völlig sinnlos darüber zu diskutieren was nun effizienter ist. Hängt oft großteils von indivuellen Parametern ab.
Außerdem nehmen solche Dispute schnell religiöse Formen an.
Soll eben jeder sehen wie er glücklich wird.
Ich habe zuhause auch einen Holzofen in Betrieb, der mir nicht nur eine tolle Strahlungswärme liefert, sondern nebenbei `ne Menge Gas spart.
Trotzdem brauche ich wahrscheinlich doch noch soviel Gas, wie mancher Azorianer in 10 Jahren nicht verheizt! :evil:

Mein Frage nach Brennholz wäre damit (oberflächlich) vorerst geklärt:
Man braucht nicht sehr viel davon und das gibt es recht günstig! Richtig?

Wie sieht es mit Bauholz aus?
antonsd (23,1° leicht bewölkt und Regen am Abend)
Der war jetzt aber gemein!! :cry:

LG + Gut N8
Wolfgang

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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von Roman » 06.05.2012, 21:26

Bauholz gibt es vor allem aus den cryptomerien. Die werden zuhauf angebaut und flächenmäßig in Form eines Kahlschlags geerntet. Es gibt einige sägewerke dazu. Da die traditionellen Häuser alle ein Holzdach haben gibt es dazu genügend handwerker die wissen was sie tun. Viel schwieriger gestaltet sich die Lage beim Rest des Baumaterials. Da wird es schon mal zum Geduldspiel, die richtige Quelle für eine bestimmte Schraube oder sonstiges zu finden. Nur auf sao miguel gibt es einen Baumarkt in der Qualität von Bauhaus, Praktiker und Co.
Man muss eben verwenden was man bekommt und sollte nicht nachdenken, ob das tragholz ein Leimbinder mit 16, 18 oder mehr cm Stärke sein sollte. Man wird den Leimbinder eh nicht bekommen.....
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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von thermophil » 07.05.2012, 12:42

Bauholz gibt es vor allem aus den cryptomerien.
Hab grad mal nachgeschaut: Sicheltanne, schnellwachsend und leicht! Wieder was gelernt! :wink:
Viel schwieriger gestaltet sich die Lage beim Rest des Baumaterials. Da wird es schon mal zum Geduldspiel, die richtige Quelle für eine bestimmte Schraube oder sonstiges zu finden. Nur auf sao miguel gibt es einen Baumarkt in der Qualität von Bauhaus, Praktiker und Co.
Ok, ein weiterer Pluspunkt f. Sao Miguel!
Man muss eben verwenden was man bekommt und sollte nicht nachdenken, ob das tragholz ein Leimbinder mit 16, 18 oder mehr cm Stärke sein sollte. Man wird den Leimbinder eh nicht bekommen.....
Improvisieren ist also gefragt.
Wobei ich das jetzt nicht unbedingt vermutet hätte. Habe gestern noch bißchen bei den Immobilien rumgeschaut. Dort finden sich teils ja auch Innenansichten, deren Interieur einen gehobenen Eindruck macht. Klar, schlägt sich im Preis nieder; aber verfügbar scheinen die Dinge ja zu sein (Kücheneinrichtungen, Bäder, ...) zu -wie sagtest Du- "Containeraufschlagspreisen".

Nun ist dafür ja noch reichlich Zeit, aber wenn wir schon dabei sind: wie sieht es denn mit "Wohnnebenkosten" aus. Das ist ja hier in D mittlerweile quasi eine zweite Miete. Gerade letzte Woche wurde bei uns der Grundsteuerhebesatz von 370% auf 390% erhöht. Die Müllgebühren schlagen auch ordentlich zu Buche. Oberflächenwasser macht auch keinen Spaß, und, und und. Da ja die meisten Städte, Gemeinden und Kommunen vorm finanz. Kollaps stehen, lässt sich leicht erahnen, dass diese Gebühren noch drastisch steigen.
Zur Konkurrenz kann man ja schlecht gehen. Bleibt also nur noch ein Ausweg. :mrgreen:

Ciao &
LG Wolfgang

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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von Roman » 07.05.2012, 13:17

Wasser ist zu vernachlässigen. Strom/Telefon wie gewohnt.

Gute Möbel aus dem Laden sind teuer. Es gibt/lohnt nur Massivware. Pressholz, schlampiges Leder etc quillt, schimmelt oder wird sonst kaputt nach kürzester Zeit. Handwerker für solide Ware gibts. Wenn du auf kleinen/bevölkerungsarmen Inseln lebst hast du keine große Auswahl. Der Küchenhändler hat dann halt Modell A, B oder C. Wenn man sich für Modell D aus dem Katalog interessiert kommts aus dem Container ein paar Monate später an und wenn dann ein Scharnier fehlt wird die Küche erst in einem halben Jahr fertig oder auch nicht. Das kann auch nicht anders sein, wenn auf der Insel gerade mal 5000 Leute wohnen. In Deutschland findet man in jedem kleinen Dorf auch keinen großen Möbeldiscounter....

Wenn Du neu baust, regenerativ denkst und auch noch Wasser sammelst dann kannst du relativ autark leben.

Gruß, Roman.
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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von thermophil » 08.05.2012, 17:54

Wenn Du neu baust, regenerativ denkst und auch noch Wasser sammelst dann kannst du relativ autark leben.
Ja, das passt! :wink: Mit dem "Neu bauen" muß man dann sehen, aber...
Gedanklich habe ich gestern abend/ heut Nacht schon angefangen zu bauen! :D
War aber nur aus Luft!! :mrgreen:

Nee, im Ernst. Zunächst bin ich jetzt mal richtig "fisselig". Würde am liebsten gleich den Koffer packen und mal bei "Euch" vorbeikommen.
Aber ich weiß wirklich nicht, ob ich es dieses Jahr noch hinkriege! Schau mer ma.

Auf alle Fälle bin ich begeistert, soviele Informationen und vor allem nette und hilfsbereite Leute hier gefunden zu haben.

Schönen Abend
LG Wolfgang

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Re: Reif für die Insel? (und neu hier)

Beitrag von damtos » 09.05.2012, 09:01

Hallo Thermophil,

nachdem ich schon öfter auf den Inseln war, kann ich nur raten, sich vorher durch mehrere Besuche dort schlau zu machen und nicht nur vom Hotel aus zu betrachten. Die vielfältigen Sorgen und Nöte der dortigen Menschen werden auch deine werden. Dafür kann man die zuvor erwähnten Nebenkosten zum Großteil sparen, da du, falls du sparsam sein musst, dich wie Robinson Crusoe selbst darum kümmern musst, was ein Menge der Freizeit auffrisst.
Auch die Mentalität der Leute dort entspricht oft nicht den Vorstellungen eines Mitteleuropäers.
Beispiel: Als ich mich in Faial einmal ganz arglos und freundlich im Touristenbüro nach den Wetteraussichten erkundigte, fuhr mich die Angestellte an, sie sei doch nicht die Wettervorhersage.
In einem Hotel-Swimmingpool schwamm ein toter Vogel, worauf man mir deutete, ich könne ihn doch herausfischen.
Für die Fahrt um eine Insel hatte ich mir ein relativ neues Leichtmotorrad gemietet, dessen Antriebskette und Ritzel bereits total verrostet waren. Ich sagte dem Meister, er möge die Teile vorher ölen, worauf er mich fragend ansah.
Ansonsten sind die Azorianer aber sehr freundliche Leute, aber man wundert sich doch oft, wie unterschiedlich die Auffassungen sind.

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