Vor drei Jahren bin ich einmal mit einer Reisegruppe nach São Miguel geflogen. Die deutsche Reiseleiterin, die uns in Empfang nahm, sie war wohl recht neu hier, erklärte uns, die Azoren seien noch eine Welt, die kaum Kriminalität kenne. Ich musste ihr da heftig widersprechen, denn die Zeiten, da man noch sein Haus verlassen konnte, ohne es zu verschließen, sind leider vorbei.
Tagtäglich hört man im Azorenrundfunk und liest in den Azorenzeitungen von Gewalt in Schulen, von zunehmender krimineller häuslicher Gewalt insbesondere zwischen Partnern, von Einbruchdiebstählen in Häuser und Autos, insbesondere von der Kleinkriminalität zur Drogenbeschaffung.
Sogar Totschlag ist gar nicht so selten.
Es ist leider so: Die Azoren, wahrscheinlich bevorzugt die Inseln São Miguel und Faial, letzte teilweise bedingt durch den internationalen Seglerhafen, haben sich im negativen Sinne der übrigen schlechten Welt angeglichen.
Das Gefängnis in Ponta Delgada quillt über, etliche Gefangene mussten schon aufs Festland oder nach Terceira verlegt werden. Ein Gefängnis-Neubau wurde aus Geldmangel zurückgestellt.
Lieber Azorentourist, sei also bitte nicht allzu sorglos! Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber auch hier könntest du diesbezüglich negative Erlebnisse haben.
Apropos Azorenkrimis:
Zwei recht spannende in deutscher Sprache, die im Buchhandel erhältlich sind, fallen mir da gerade ein:
Ben Faridi, Das Schweigen der Familie, Oktober-Verlag
(spielt auf der Insel Corvo)
Francisco J. Viegas und Sabine Müller-Nordhoff, Das grüne Meer der Finsternis. Verlag Bastei Lübbe
(spielt auf der Insel São Miguel)
hjh
Azorenkrimis gibt es auch, sogar live!
Re: Azorenkrimis gibt es auch
Werden Gefängnisneubauten nicht von der EU gefördert?
Re: Azorenkrimis gibt es auch
Mir scheint schon. Doch erst war mal Angra do Heroismo mit einem Gefängnisneubau an der Reihe.
hjh
hjh
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