Servus.
ich denke, die Temperaturen sind bei ordentlicher Baugrundlage nicht das Thema. Es wird ja im Winterhalbjahr nicht unmenschlich kalt in den Siedlungsgebieten - natürlich hats auf dem Pico und anderen Höhenlagen auch Schnee.
Was mich in D mit zunehmender Tendenz stört, sind die kurzen Sommer. Kaum hat dieser begonnen, ist schon wieder Herbst. Herbst und Frühjahr zu oft Temperaturen zw. 0 und 10 Grad. Die könnten für mich komplett fehlen - ich würde sie nicht vermissen. Dann schon lieber knackig kalt, aber trocken!
Das Problem ist eher anderer Art. Die Feuchtigkeit, die ins Hausinnere dringt kann ganz schön zu schaffen machen. Zentralheizungen sind absolut unüblich, für moderne Zusatzheizungen mit Solartechnik findet man keinen Handwerksbetrieb mit Kenntnissen und erst recht keine Ersatzteile und Heizen mit Gasflaschen ist teuer. Da hüllt man sich lieber in eine Decke und wartet bis es besser wird. Das kann bei der einen Immobilie als unaushaltbar empfunden werden und bei anderen moderneren Bauten die alles menschenmögliche beachten schon besser - aber ganz lässt sich dieser Effekt auch mit durchlaufenden Lufttrocknern nicht immer vermeiden und wer da anfällig ist, sollte besser einen anderen Platz der Welt auswählen.
Ja, wenn sich alles klamm anfühlt, sehr unangenehm. Solartechnik sollte in solchen Lagen zwar usus sein, fristet komischerweise in vielen Südländern ein Nischendasein. Wenn´s sowas dort nicht gibt, würde ich es halt im Container mitbringen. Handwerklich könnte ich da das ein oder andere selbst bewerkstelligen. Wobei man auch einige Sachen im Eigenbau erledigen kann (z.B. Luft-Luft-Kollektor). Wie sieht es denn mit Holz auf der Insel aus? Ich meine damit sowohl Bauholz, als auch Brennholz. Ok, kleinen Ofen müßte ich dann wohl auch mitbringen!

Ich merke schon, der Container beginnt sich zu füllen!

Natürlich führt, wie Du richtig bemerkst, kein Weg an einem "Probewohnen" und "Klima-Verträglichkeitstest" vorbei. Aber darauf arbeiten wir ja hin.
Die Preise für den Lebensunterhalt sind durchaus lebenswert. Man bekommt mit genügend Menschen- und Lokalkenntnis doch sehr viel aus jedem Dorf doch man muss sich natürlich auch beschränken können. Wer also von dem was das Feld hergibt zufrieden ist und mehrmals die Woche Kartoffeln auf den Herd bringt lebt recht billig. Wer nur Importware möchte, muss den Aufpreis für Containertransporte zahlen wie überall.
Lokalkenntnisse müssen wir uns dann aneignen, und erstrecht Sprachkenntnisse.
Schaue gerade bei uns im Ort wer portugiesich anbietet. Wobei ich jetzt noch nicht mal weiß, ob es für den Anfang auch brasil. Portug. tun würde? Oder bringt das nix?
Auch was die Immobilien angeht, so ist das recht ähnlich. Ein Grundstück mit reparaturbedürftigem Haus darauf für unter 50.000 heißt zwangsläufig zusätzliche Kosten für Bauträger. Die sind mittlerweile auch nicht mehr billig und die Qualität recht wechselhaft. Der schlechte Ruf aller südlichen Länder schlägt sich auch auf den Azoren nieder. Es ist besser, den Handwerkern auf die Hände zu sehen. Man wird aber kein Haus für 10.000 Euro zusätzlich so instandsetzen können, dass man mitteleuropäische Standards erreicht. deshalb ist es für einen Wechsel des lebensmittelpunkts unabdungbar, im voraus lieber etwas geld in eine Dauermiete eines Appartments zu stecken bevor man kauft, als im nachhinein eine Immobilie an der Hand zu kaufen, die man möglichst schnell wieder los werden will um sich an anderer Stelle der Welt wieder niederzulassen.
Stimme ich Dir absolut zu. Steht ja auch weit hinten auf der Liste, möchte nur vorab den Markt kennenlernen und ein wenig im Auge behalten.
Die beste Infrastruktur findet ihr sicher auf Sao Miguel und Terceira.
Sao Miguel deckt sich dann ja mit meiner Ferndiagnose.
Am billigsten kommt ihr auf den kleinen Inseln davon.
Aussteiger kommen da wahrscheinlich auf ihre Kosten. Aber zu klein soll´s auch nicht sein, sonst führt das vielleicht schnell zum "Inselkoller".
Ihr findet her im Forum Mitleser von fast jeder Insel, die allesamt schon einmal vor derselben Entscheidung standen.
Gruß, Roman.
Schön, wenn ihr uns etwas daran teilhaben laßt. Das finde ich das geniale am Internet.
Ganz großen Dank für Deine Einschätzungen und Infos und dass es dieses Forum hier gibt!
Lieben Gruß
Wolfgang